Refinanzierungsbedarf in Europa
Inzwischen zeigt sich, dass das als Sarko-Deal bezeichnete Geschäft läuft wie geschmiert: Die Geschäftsbanken der Euro-Zone werden sich Ende Februar vermutlich mit noch mehr günstigem EZB-Geld vollsaugen als Ende Dezember und so dem Anleihemarkt Leben einhauchen - zur Freude vor allem der Krisenländer, aber auch der Banken selbst.
Der EZB selbst ist es zwar verboten, Staaten mittels Notenpresse zu finanzieren. Sie darf ihnen nicht direkt Staatsanleihen abkaufen, sondern höchstens die bereits am Markt gehandelten - und schon das ist hochumstritten. Um keinen Regelbruch zu begehen, den Staaten aber trotzdem zu helfen, nimmt die EZB daher den Umweg über die Geschäftsbanken.
So hatten sich am 21. Dezember mehr als 500 Institute 489 Mrd. Euro bei der EZB für drei Jahre zum Leitzins von 1,0 Prozent geliehen. Mit dem Geld kauften sie teilweise Staatsanleihen, was wiederum deren Kurs beflügelte und Rendite drückte - und vor allem den schuldengeplagten Südländern die Aufnahme neuer Mittel erleichterte. So ist die Rendite italienischer Staatsanleihen mit zwei Jahren Laufzeit mit 3,5 Prozent nur noch halb so hoch wie Ende November.