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Merken   Drucken   23.04.2011, 19:11 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Griechenland denkt doch an Umschuldung

Genau ein Jahr ist es her, dass das südeuropäische Land Euro-Partner und IWF um Finanzhilfen bitten musste. Im Kampf gegen die drohende Pleite ist trotzdem kein Ende in Sicht. Griechische Medien berichten von Plänen einer "sanften Restrukturierung".
© Bild: 2011 reuters
Genau ein Jahr ist es her, dass das südeuropäische Land Euro-Partner und IWF um Finanzhilfen bitten musste. Im Kampf gegen die drohende Pleite ist trotzdem kein Ende in Sicht. Griechische Medien berichten von Plänen einer "sanften Restrukturierung".
Allen Beteuerungen zum Trotz, die Finanzkrise ohne Umschuldung zu überstehen, denkt die Regierung Griechenlands über einen Haircut nach. Athen erwägt griechischen Zeitungen zufolge eine "sanfte Restrukturierung" der erdrückenden Staatsschulden. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnte am Samstag vor der Illusion, mit einem Schuldenschnitt ließen sich die Probleme des Landes lösen. Der ehemalige Chefunterhändler Griechenlands bei der Euro-Einführung, Yannis Stournaras, forderte mehr Reformen - und warf der deutschen Regierung einen unklaren Kurs vor.
Eine Umschuldung Griechenlands...

 

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Die Haushaltskrise des Landes hatte sich vor einem Jahr so sehr zugespitzt, dass die Regierung am 23. April ihre Euro-Partner um Finanzhilfen bitten musste. Ein eilig von den Euro-Ländern und dem IWF zusammengezimmertes Hilfspaket über 110 Mrd. Euro sichert den Griechen seitdem das finanzielle Überleben. Allerdings sind die Hilfsgelder im kommenden Jahr aufgebraucht. Das Land müsste sich dann wieder am Kapitalmarkt Geld leihen, was wegen noch immer horrender Zinsen derzeit Experten zufolge als unmöglich gilt: Für zehnjährige Papiere werden 15 Prozent fällig, für zweijährige Staatsanleihen sogar mehr als 22 Prozent.
An den Finanzmärkten wird deshalb seit Wochen mit einer Restrukturierung gerechnet, die den Schuldenberg von über 150 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung verkleinern helfen soll. Der deutsche Schuldenstand liegt nur etwas über 80 Prozent.
Die auflagenstärkste Zeitung "Ta Nea" berichtetet ohne Angaben von Quellen, die Regierung erwäge eine freiwillige Vereinbarung mit den privaten Gläubigern, die zu einer Streckung von Rückzahlungsfristen führen solle. Dies müsse vor 2012 geschehen, aber nicht vor Ende Oktober dieses Jahres, wenn EZB-Chef Jean-Claude Trichet  aus dem Amt scheidet. Er ist ein entschiedener Gegner einer Schulden-Restrukturierung. Die Zeitung "Isotimia" berichtete, die Rückzahlungsfristen für griechische Anleihen sollten um fünf Jahre verlängert werden.

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  • Reuters, 23.04.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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