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Merken   Drucken   23.12.2010, 13:49 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Ratingagenturen stufen Ungarn und Slowenien herab

Wegen der Rücknahme der Rentenreform und dem Fehlen einer einheitlichen, mittelfristigen Finanzpolitik setzt die Ratingagentur Fitch Ungarns Kreditwürdigkeit herunter. Standard & Poor's stufte den Ausblick für Slowenien von "stabil" auf "negativ".
Im Kampf gegen die Schuldenkrise haben die EU-Staaten einen weiteren Rückschlag erlitten. Wegen Zweifeln an der Finanzkraft Ungarns hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft. Die Bonitätsnote für Staatsanleihen mit längerer Laufzeit werde von "BBB" auf "BBB-" gesenkt, teilte die Agentur am Donnerstag mit. Der Ausblick sei negativ, wodurch eine weitere Herabstufung auf Ramschniveau droht. "Die Rücknahme der Rentenreform und das Fehlen einer einheitlichen, mittelfristig angelegten Finanzpolitik untergaben das Vertrauen in eine langfristige Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen", hieß es zur Begründung.
Die Euro-Krise wütet in Europa   Die Euro-Krise wütet in Europa
Experten hatten mit diesem Schritt gerechnet. "Dieses 'Weihnachtsgeschenk' von Fitch kommt nicht überraschend", sagte Analyst Gyorgy Barta von der CIB Bank. Im Februar drohe eine weitere Herabstufung, wenn die Regierung ihr Sparpaket veröffentlichen will. "Sollte das Paket enttäuschen und nur einige kosmetische Korrekturen anstatt grundlegender Reformen enthalten, ist eine Herabstufung auf Ramschniveau definitiv möglich", sagte Barta.
Der UHF/EUR  verlor nach der Herabstufung gegenüber dem Euro zwischenzeitlich knapp ein Prozent an Wert. Am Nachmittag kostete ein Euro 277 Forint.
Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte am Mittwoch den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Sloweniens auf "negativ" herunter. Zuvor war der Ausblick als "stabil" bewertet worden. S&P begründete den Schritt mit fehlenden strukturellen Maßnahmen, um das slowenische Staatsdefizit zu senken.
Bereits am Dienstag hatten Moody's und Fitch mitgeteilt, eine Senkung der Ratings für Portugal und Griechenland in Betracht zu ziehen.
S&P sagte mit Blick auf Slowenien, der Ausblick "negativ" spiegele die Möglichkeit wider, innerhalb der kommenden beiden Jahre auch das Rating des Landes herabzustufen. Ein schlechteres Rating verteuert in der Regel für einen Staat die Aufnahme neuer Kredite.
Der Präsident der slowenischen Notenbank und EZB-Ratsmitglied Marko Kranjec gibt sich optimistisch: Europa werde die Schuldenkrise überleben. Zwar gebe es Probleme, doch diese würden gerade gelöst. So habe die Europäische Union im Fall von Irland flexibel gehandelt.
Europaminister Mitja Gaspari äußerte sich in derselben Diskussionsrunde dagegen eher skeptisch. Es gebe keine Antwort auf die Finanzkrise in Europa. Nach den Rettungsaktionen für Griechenland und Irland verlören hilfeleistende Mitgliedsländer der Währungszone die Geduld, sagte Gaspari.
  • Reuters, 23.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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