Zwei Extreme – Abbild der aktuellen Lage am europäischen Bondmarkt. Dazwischen aber ist der Balken, den Wöhrmann für die Zukunft hält. "Unternehmensanleihen aus Schwellenländern: 5,5 Prozent im Schnitt" steht da. Wöhrmanns Credo: "Bondinvestoren müssen über Europa hinausschauen."
Neue Hoffnungsträger hat der Anleihemarkt bitter nötig. Die Situation in Europa ist schwierig wie selten zuvor. Griechenland-Krise, Euro-Krise, Schuldenkrise – das K-Wort gehörte wie selbstverständlich zum Anleihejahr 2010.
Magerzinsen oder Megarisiko: Eine andere Wahl haben Investoren auf dem Kontinent nicht. Höhere Erträge kann nur noch erzielen, wer auf angeschlagene Euro-Staaten setzt. Bei den Euro-Unternehmensanleihen ist die Lage ähnlich. Einen Ausweg versprechen die Anleihen aus den Schwellenländern. Weniger riskant als Griechen-Bonds, lukrativer als deutsche Staatsanleihen. Doch auch sie sind keine Heilsbringer, auch hier stehen den attraktiven Zinsen Gefahren wie steigende Inflationsraten gegenüber.
Die schlechte Nachricht für Anleger: Am Bondmarkt gilt ein neues Gesetz. "Ohne jedes Risiko mit Anleihen Geld zu verdienen wird nicht mehr möglich sein", DWS-Experte Wöhrmann sagt das deutlich. Und an dieser Situation wird sich 2011 nach Ansicht fast aller Experten nichts ändern.