Die US-Notenbank sieht trotz steigender Rohstoffpreise keine gefährlichen Inflationstendenzen in der größten Volkswirtschaft der Welt. "Die langfristigen Inflationserwartungen sind stabil geblieben", teilte der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch nach seiner Sitzung mit. Zugleich bestätigte das Gremium den historischen Tiefstand des Leitzinses.
Nach wie vor ist die Zentralbank aber trotz positiver Wachstumssignale mit der Lage auf dem Arbeitsmarkt unzufrieden. Die Erholung reiche nicht aus, um eine Besserung zu bewirken, teilte die Fed mit. Die Haushalte gäben seit dem vorigen Jahr wieder mehr aus. Die Konsumfreude bleibe weiter durch hohe Arbeitslosigkeit, nur moderaten Einkommenszuwachs, den Wertverfall der Immobilien und schwierige Kreditbedingungen gedämpft. Arbeitgeber hielten sich mit Einstellungen nach wie vor zurück.
Die Federal Reserve teilte zudem mit, die im November angekündigte geldpolitische Lockerung würden fortgesetzt. Dabei will sie ins zweite Quartal dieses Jahres 600 Mrd. Dollar Staatsanleihen kaufen, um langfristige Zinsen zu drücken und dadurch den Konsum anzukurbeln.
Die Notenbank bestätigte die Spanne des Leitzinses zwischen 0 und 0,25 Prozent. Als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise hatte die Fed diesen Zielkorridor im Dezember 2008 festgelegt. Die Märkte rechnen inzwischen wegen des schleppenden Aufschwungs frühestens 2012 mit einer Zinsanhebung.
Die Aussichten für die US-Staatsfinanzen bleiben unterdessen düster. Die Verschuldung werde sich in diesem Jahr auf knapp 15.000 Mrd. Dollar USD/EUR steigen, teilte das Etat-Büros des Kongresses (CBO) am Mittwoch mit. Dies sei ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem vorigen Haushaltsjahr, das am Ende September endete. Das Defizit entspräche 9,8 Prozent der Wirtschaftsleistung, nachdem es im Vorjahr 8,9 Prozent betragen habe.