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  FTD-Serie: Vorsorgen für einen langen Lebensabend

Früher war der Ruhestand die kurze Zeit zwischen Arbeitsphase und Tod. Heute wird das Alter immer mehr zu einem langen Lebensabschnitt, von dem Menschen viel erwarten. Sie wollen etwas erleben und Versäumtes nachholen. Anders als vorhergehende Generationen werden die künftigen Ruheständler nicht mehr mit dem zufrieden sein, was die gesetzlichen Rentenkassen ausschütten. Wer im Alter nicht darben will, muss vorsorgen.

Merken   Drucken   22.06.2008, 09:00 Schriftgröße: AAA

Altersvorsorge: Mit Aktien & Co für das Alter sparen

Wer sein Geld in Aktien, Investmentfonds oder festverzinsliche Wertpapiere investiert, sorgt damit auch für den Ruhestand vor. Diese Anlageformen gehören zur Absicherung des Einkommens im Alter unbedingt dazu, sagen Experten. Doch bislang spielen sie eine eher untergeordnete Rolle. von Katrin Berkenkopf
Die Vermögensaufbau für das Alter wird zu Unrecht mit Versicherungsprodukten gleich gesetzt, beklagt Dieter Rauch, Geschäftsführer des Verbunds Deutscher Honorarberater. "Altersvorsorge ist kein Versicherungsproblem, sondern ein Geldproblem. Nur auf Versicherungen zu setzen, bedeutet für den Kunden einen erheblichen Verlust an Rendite."
Nach Zahlen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge und der Deutschen Bundesbank waren im vergangenen Jahr 393 Mrd. Euro oder 8,6 Prozent des Geldvermögens der Deutschen in Aktien investiert. Das war zwar immerhin ein Prozentpunkt mehr als 2005, aber mit dem in Versicherungen angelegten Anteil nicht zu vergleichen. Der lag 2007 bei 1.199 Mrd. Euro oder 26,3 Prozent.
"Neutrale Beratung ist die wichtigste Grundlage für die Anlage", meint Rauch. Die Honorarberater sieht er dafür bestens positioniert. Denn sie bekommen ihr Geld für die Beratungsleistung und nicht als Provision für die Vermittlung bestimmter Produkte.
Rentabler trotz Abgeltungsteuer
Es sei Aufgabe des Beraters, die Risikomentalität des Kunden zu ermitteln. Wenn es um das Thema Aktien geht, kämen meist Nachfragen nach der Sicherheit. Eines der Lieblingsprodukte von Rauch sind börsennotierte Indexfonds - so genannte ETF.
Sie bilden bestimmte Aktien-Indizes wie den Dax nach, indem sie beispielsweise in die gleichen Aktien investieren wie der Dax. Das reduziert das Risiko gegenüber der Anlage in einzelne Papiere. Für besonders risikoscheue Anleger empfiehlt Rauch ein Portfolio aus offenen Immobilienfonds, weil diese geringeren Schwankungen unterliegen.
Durch die Einführung der Abgeltungssteuer werden Aktien zwar schlechter gestellt, sind aber immer noch rentabler als festverzinsliche Papiere, meint Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut. "Die Aktie ist auch für die Altersvorsorge geeignet, weil sie im langfristigen Vergleich hochrentabel ist."

Bilderstrecke Bilderstrecke: Geschichte der Rentenversicherung

Je jünger, desto mehr Risiko
Grundsätzlich gelte: niemals nur in einen Aktientitel investieren, sondern über die Branchen streuen, und auch über die Zeit hinweg verteilen, also nicht das ganze Geld zu einem Zeitpunkt investieren. 80 Prozent des Anlage-Erfolgs hängen von der richtigen Struktur des Depots ab, der weitaus kleinere Teil von der Auswahl der Einzeltitel, so der Experte.
Auch wenn Fey die bekannte Faustregel "100 minus Alter gleich Aktienanteil am Vermögen" nicht mag, unterstützt er doch die Tendenz der Aussage. Je jünger der Anleger ist, desto mehr Risiko könne er grundsätzlich eingehen. Es kann Verlustjahre geben und die muss der Investor aussitzen können.
Deshalb sollte er ab einem gewissen Zeitpunkt das Risiko im Depot reduzieren. Natürlich gibt es auch dabei Ausnahmen - schließlich gibt es Menschen, die selbst im Alter ihr Vermögen nicht zum Leben brauchen, aber auch junge Menschen, die aufgrund ihrer Lebensumstände wenig Risiko eingehen können.

Teil 2: Anpassungen des Depots

  • FTD.de, 22.06.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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