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  FTD-Serie: Vorsorgen für einen langen Lebensabend

Früher war der Ruhestand die kurze Zeit zwischen Arbeitsphase und Tod. Heute wird das Alter immer mehr zu einem langen Lebensabschnitt, von dem Menschen viel erwarten. Sie wollen etwas erleben und Versäumtes nachholen. Anders als vorhergehende Generationen werden die künftigen Ruheständler nicht mehr mit dem zufrieden sein, was die gesetzlichen Rentenkassen ausschütten. Wer im Alter nicht darben will, muss vorsorgen.

Merken   Drucken   26.05.2008, 18:00 Schriftgröße: AAA

Altersvorsorge: Zuversichtlich Altern

Noch nie waren Menschen im hohen Alter so aktiv wie heute. Erwerbstätige freuen sich auf den Ruhestand. Doch das Thema Altersvorsorge scheuen viele - sie haben genug von der ständigen Schwarzmalerei. Dabei lassen sich Probleme oft leicht lösen. von Anja Krüger
Methusalem ist populär. Viele junge Leute wollen so ein Alter erreichen wie der steinalte Mann aus der Bibel. Jeder dritte wünscht sich, 90 Jahre oder älter zu werden. Das geht aus eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Direktversicherers Cosmosdirekt hervor. Danach freuen sich 57 Prozent der heute Erwerbstätigen auf den Ruhestand, sie wollen ihr Rentenalter aktiv gestalten und ihren Interessen und Hobbys nachgehen.
"Das Alter wird von vielen Menschen als Chance begriffen, nach einem harten, immer stressigeren Berufsleben wieder Zeit für sich zu haben", sagt Elmar Brähler von der Abteilung Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig. Nie zuvor hatten Menschen nach der Arbeitsphase noch so viel Zeit vor sich wie heute. Die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer liegt bei 76,6 Jahren, für Frauen bei 82,1 Jahren.
Und wer älter wird, ist nicht zwangsläufig ein Pflegefall. Nach Brählers Angaben ist die sogenannte behinderungsfreie Zeit, in der Menschen ihr Leben ohne körperliche Einschränkung führen können, auf 15 bis 20 Jahre nach Renteneintritt gestiegen. "Ältere Menschen haben daher heute mehr vom Leben", sagt er.
Für die, die im Alter materielle Not leiden, gilt das nur mit Einschränkungen. Laut Forsa-Umfrage sehen die meisten Bundesbürger ihrer finanziellen Lage im Alter allerdings gelassen entgegen. Nur 14 Prozent gaben an, Angst davor zu haben, dass sie im Alter den jetzigen Lebensstandard nicht aufrechterhalten können.
Dabei tönt Verbrauchern aus allen Kanälen die Mahnung entgegen, etwas für den Ruhestand auf die hohe Kante zu legen. "Bei der Altersvorsorge ist es wie beim Umweltschutz", sagt der Kölner Versicherungsberater Detlef Lülsdorf. "Alle wissen, dass es ein Problem gibt, aber alle sagen: Ach, bis das auf uns zukommt, ist es noch lange hin."

Noch nie hatten die Menschen einen so langen Ruhestand wie heute   Noch nie hatten die Menschen einen so langen Ruhestand wie heute
Die schier allgegenwärtigen Warnungen und Mahnungen stumpfen die Menschen ab, glaubt der Versicherungs- und Rentenberater Andreas Rebhan aus Kevelaer. "Irgendwann haben die Leute die Nase voll von der Schwarzmalerei", sagt er. Statt Aufmerksamkeit zu wecken, lassen die Schreckensbotschaften die Adressaten erstarren. Viele hindert die Furcht vor dem Ergebnis, den Tatsachen ins Auge zu blicken. Dabei fällt die Bestandsanalyse nach Rebhans Erfahrungen in den meisten Fällen nicht so schlimm aus, wie die Verbraucher erwartet haben.
Wer wissen will, wie es um ihn im Alter finanziell steht, sollte eine Vorsorge-Bilanz aufstellen. Die Zahlungen aus der gesetzlichen Rente allein werden vielen Menschen nicht reichen, um den gewünschten Lebensstandard auch im Ruhestand fortführen zu können. Das ist nicht nur ein Problem für Geringverdiener, die Einkünfte knapp über der Grenze für staatliche Zuschüsse haben werden.
Die meisten haben überschaubare Versorgungslücken
Auch Gutverdiener haben nach den diversen Rentenreformen gegenüber vorangehenden Generationen erhebliche Einbußen, zum Beispiel weil Ausbildungszeiten nicht mehr im vollen Maße angerechnet werden. Die meisten Menschen haben aber überschaubare Versorgungslücken, sagt Rebhan.
Um sie zu ermitteln, sollten Verbraucher auflisten, welche Ausgaben sie heute haben und was davon im Alter wegfällt, zum Beispiel Beiträge für Versicherungen, Kreditabzahlungen oder die Finanzierung von Kindern. Hinzuzählen sollten sie die Ausgaben, die im Ruhestand auf sie zukommen, etwa für die Gesundheit oder für Hobbys - und dabei die Inflation nicht vergessen. Auf der anderen Seite der Vorsorge-Bilanz stehen die erwarteten Einnahmen, und zwar nicht nur die Rente, sondern auch andere Zahlungen wie voraussichtliche Erbschaften, Zinsen aus Vermögen oder Mieten aus Immobilienbesitz.

Was man beim Altersvorsorge-Fahrplan bedenken sollte

  • FTD.de, 26.05.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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