Investoren sind besorgt: Für Staatsanleihen gibt es kaum noch Zinsen
Und trotzdem sind die effektiven Zinsen zuletzt immer weiter geschrumpft. "In vielen westlichen Ländern haben wir bereits negative Realzinsen", sagt Thorsten Vetter, Anleiheanalyst und Fondsmanager des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch. "Weil Staatsanleihen inzwischen zudem den Nimbus absoluter Sicherheit verloren haben dürften, muss man sagen: Da bekommen Anleger inzwischen keine risikolosen Zinsen mehr, sondern höchstens noch ein zinsloses Risiko."
Warum die Nachfrage nach den wertlosen Papieren trotzdem so hoch ist, erklärt Andreas Böker, Vorstand des Vermögensverwalters Böker & Paul aus Montabaur: "Nicht die Aussicht auf Erträge, allein die Risikoaversion der Anleger treibt derzeit die Kurse der Staatsanleihen", sagt Böker: "Es sind alte Risikobetrachtungsmodelle, die da zum Tragen kommen."
Wer nicht weiß, wo er sonst mit großen Kapitalsummen hin soll, dem bleiben eben nur liquide Staatsanleihen." Dass die inzwischen keinen realen Wert mehr produzieren, ist großen institutionellen Investoren zwar bekannt. Sie kaufen sie aber trotzdem. Weil es ihren Anlagerichtlinien entspricht. Oder weil Alternativen fehlen.