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09.03.2010, 06:30
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Anlagebetrug:
Vorsicht, Abzocker!
Täglich finden Investmentbetrüger neue Opfer. Die pure Geldgier und das Gefühl, von ihren Banken abgezockt zu werden, treiben den kleinen Mann in die Arme der Verbrecher. Das Wirtschaftsmagazin Capital recherchierte, wie Betrugssysteme funktionieren und wie Sie Hochstapler enttarnen.
von Melanie Bergermann und Patrick Schroth
Jede Krise hat auch ihre Gewinner. So schlagen derzeit windige Anlageberater schon wieder Profit daraus, dass das Image vieler Banken unter den Subprime-Abenteuern böse gelitten hat. Banker-Bashing als Kundenbringer.
"Was meinen Sie, wovon die Banken ihre Hochhäuser bezahlen?", fragt Sy-bille S. ihre potenziellen Kunden. Als die nur ahnungslos dreinschauen, gibt sie die Antwort selbst: Devisentauschgebühren. An denen will Sybille S., selbst ernannte Anlageberaterin aus Weil im Schönbuch, ihre Kunden teilhaben lassen.
Auch versierte Anleger fallen immer wieder auf Betrüger rein
"Jedes Mal, wenn irgendwo auf der Welt $ in Yen, Euro in Kronen, Franken in Pfund getauscht werden, fallen Gebühren an", soll sie erklärt haben. Gebühren, die nicht bei der Bank, sondern genauso gut auf dem Kundenkonto landen könnten. "Das ist Ihr Gewinn." Versprochene Rendite im Jahr: 108 Prozent.
Manuela E. findet das einleuchtend und träumt statt von Bankentürmen von der eigenen Villa. 68.000 Euro vertraut sie der Beraterin an, wirbt auch Freunde und Angehörige. Drei Jahre später: S. verhaftet, der Devisenfonds eine Luftnummer, das Geld weg. Wohl verprasst.
Ein klarer Fall von Anlagebetrug. Einer von zahllosen, die sich Jahr für Jahr abspielen. Publik werden meist nur die spektakulärsten Skandale. Ein Madoff in den USA, das größte aller Schneeballsysteme. Ein paar Nummern kleiner, im vergangenen Jahr, ein Helmut Kiener, Hedge-Fonds-Manager aus Aschaffenburg. Ein paar Jahre her, aber immer noch der Vater aller Anlagebetrüger in Deutschland - ein Jürgen Harksen, dessen Geschichte Inspiration für den neuen Film von Regisseur Dieter Wedel war. Titel: "Gier." Daneben gibt es die vielen kleinen Sybille S., mit vielen kleinen, nicht sonderlich vermögenden Kunden, am Ende aber durchaus mit Mio.schaden.
Insgesamt 5010 Fälle von Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrug zählte das Bundeskriminalamt im Jahr 2008. Der bekannte Schaden beläuft sich auf 222 Mio. Euro. 2009 dürfte die Zahl mindestens doppelt so hoch sein (allein auf das Konto von Kiener gingen 280 Mio. Euro), aber damit ist das reale Ausmaß des Anlagebetrugs insgesamt immer noch nicht erfasst. Experten schätzen die tatsächliche Schadenhöhe auf eine zweistellige Milliardensumme.
Teil 2: Anleger vertrauen ihren Banken nicht mehr
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capital.de, 09.03.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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