Im Aktienmarkt hingegen gibt es glatt das Doppelte über Dividendenrenditen zu verdienen - und das selbst mit konservativen Konsumgüterherstellern wie
Nestlé ,
Danone oder
Unilever , denen die Rezession egal sein kann. Und wichtig sei natürlich 2012 vor allem, auf Unternehmen mit blitzsauberer Bilanz und hohen Umsatzanteilen in Schwellenländern zu setzen - denn deren Beitrag zum Wachstum der Weltwirtschaft wird im kommenden Jahr wohl auf 100 Prozent steigen.
Dummerweise haben Anleger in der Vergangenheit aber auch eines gelernt: Wenn sich besonders viele Strategen einer Sache sicher sind, ist vor allem sicher, dass es am Ende doch ganz anders laufen wird - gerade was vermeintlich defensive, dividendenstarke Aktien von in Schwellenländern aktiven Unternehmen angeht, sei es direkt oder indirekt.
Und so wird es auch dieses Mal wieder sein. Denn erstens hat sich die Geschichte von den lukrativen Aktien mit Schwellenländerengagement und deren famosem Wirtschaftswachstum schon bis ins letzte Dorf herumgesprochen, kann also allenfalls noch negativ überraschen. Zweitens kann man allenfalls den Konsumgüterherstellern auf Basis der letzten zehn Jahre überhaupt noch das Etikett "defensiv" umhängen - Pharmawerte, Telekomtitel, selbst die einst als bombenfeste Dividendenzahler bekannten Versorger haben in der letzten Dekade deutliche Kursverluste hinnehmen müssen, die bei wie
RWE und
Eon sogar diabolische Ausmaße angenommen haben nach Fukushima.
Drittens beißt sich die Argumentation mit der relativen Attraktivität defensiver Aktien gegenüber etwa Bundesanleihen in den Schwanz: Wer zehnjährige Bundesanleihen bei zwei Prozent Rendite für eine schlechte Anlage hält und an steigende Zinsen glaubt, muss auch konsequenterweise damit rechnen, dass die relative Attraktivität dividendenstarker Aktien künftig wieder sinken wird.