Wenn es darum geht, Neugeschäft zu erschließen, sind die Anbieter von Beteiligungsmodellen um Ideen selten verlegen. Jetzt gräbt die Branche der geschlossenen Fonds ein umstrittenes, altes Konzept wieder aus. Immer mehr Emissionshäuser legen sogenannte Ansparfonds auf, über die Privatanleger in Beteiligungsmodellen investieren können.
Bereits vor einigen Jahren hatten erste Initiatoren versucht, solche Produkte an den Markt zu bringen. Nach heftiger Kritik von Verbraucherschützern wurde die Idee jedoch wieder begraben. Auch jetzt warnen Anlegerschützer wie Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: "Finger weg - Ansparfonds können Kleinanleger in die Privatinsolvenz treiben."
Geschlossene Fonds wenden sich gewöhnlich an vermögende Anleger, die auf einen Schlag 10.000 Euro oder mehr in Immobilien-, Schiffs- oder Neue-Energie-Fonds investieren. Ansparfonds hingegen sind für Kunden mit schmalem Geldbeutel gedacht. Sie müssen meist weniger als 1000 Euro anzahlen und können anschließend mit Monatsraten ab 50 Euro in Zeiträumen bis zu 15 Jahren ihren Anteil am Fonds zusammensparen.
Die Emissionshäuser erwerben das Zielobjekt entweder sofort auf Kredit und nutzen dann die Monatsraten der Anleger für Zins und Tilgung des Darlehens. Oder sie parken das Geld zunächst auf Zinskonten, bis genügend Kapital für das Investment zusammen ist. Darüber hinaus gibt es Anspardachfonds, die das Geld der Kunden über andere geschlossene Fonds streuen - in den meisten Fällen handelt es sich dabei um hauseigene Produkte. "Sobald die Zielfonds aufgelöst werden, fließt das Geld an den Dachfonds zurück, der es dann an seine Anleger ausschüttet", erläutert Jan Eike Schuldt, Bereichsleiter Ansparfonds bei HCI Capital, das Prinzip. Gerade hat das Hamburger Emissionshaus den Aufbauplan 10 Schiffe in der Platzierung, der das Geld der Kunden in diversen eigenen Schiffsfonds anlegt. Auch das aktuelle Angebot von MPC Best Select Private Plan investiert nur in hauseigene Fonds.
Frank Schuhmann, Chefanalyst der Vermögensberatung Dima24, rät von diesen Fonds ab: "Investiert ein Anspardachfonds nur in hauseigene Produkte, besteht die Gefahr, dass Initiatoren so Beteiligungsangebote losschlagen, deren Platzierung nur schleppend verläuft." Weniger kritisch sieht Steffen Möller, Chefanalyst der Berliner Ratingagentur Scope, die Anspardachfonds: "Im Private-Equity-Bereich können sie ein interessantes Investment sein, wenn diese Vehikel das Geld der Kunden kontinuierlich anlegen."