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  Grünes Geld FTD-Serie: Vermögen aufbauen mit gutem Gewissen

Eine gute Rendite reicht vielen Anlegern nicht mehr. Sie wollen ihr Geld nach ökologischen und sozialen Kriterien investieren. Bei der nachhaltigen Kapitalanlage lauern indes die gleichen psychologischen Fallen wie beim herkömmlichen Investment. Wir erklären, wie sich Fehler vermeiden lassen.

Merken   Drucken   10.12.2011, 18:23 Schriftgröße: AAA

Börsenbarometer: So messen Börsen die Stimmung der Anleger

An der Börse ist alles oder doch zumindest vieles Psychologie. Wie aber wird die Gemütslage der Investoren gemessen? FTD.de erklärt, was Angstbarometer und Sentimentanalysen aussagen und wie sie entstehen. von Thomas Bolte
Besonders in unsicheren Zeiten ändern Anleger die Meinung oft rasch. Ihre Stimmung kann innerhalb kürzester Zeit ins Gegenteil kippen. Von Gefühlen wie Euphorie und Angst getriebene Naturen unterliegen dabei häufig dem Herdentrieb:
Sie kaufen, wenn alle kaufen - und sie verkaufen, wenn alle verkaufen. Wer die Emotionen einer repräsentativen Zahl von Anlegern kennt, kann damit nach Meinung von Verhaltensökonomen künftige Kursverläufe erahnen. Mit speziellen Indikatoren versuchen einige Anbieter, die Gemütslage von Anlegern abzubilden.
VDax-New und Vix
Unruhige Märkte mit starken Kursschwankungen deuten auf eine hohe Unsicherheit bei Investoren hin. Ein Maß für die Intensität von Kursausschlägen ist die Volatilität. Sie gilt an der Börse als Kennziffer für das Risiko einer Geldanlage und als Gradmesser für die Nervosität. In Deutschland drückt der VDax-New der Deutschen Börse die vom Terminmarkt erwartete Schwankungsbreite für den Dax aus.
Er gibt in Prozentpunkten an, welche Volatilität in den kommenden 30 Tagen für den deutschen Leitindex zu erwarten ist. Ein hoher Wert weist auf einen unruhigen Markt hin und gilt als Warnzeichen für fallende Kurse. Niedrige Werte lassen dagegen eine Kursentwicklung ohne größere Schwankungen erwarten.
Amerikanisches Pendant zu dem Angstbarometer ist der Volatility Index (Vix), der die vom Markt erwartete Schwankungsbreite des S&P 500 erfasst. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise schossen VDax-New und Vix im Herbst 2008 auf Rekordhochs nahe 90 Punkten. Die übliche Spanne beider Volatilitätsbarometer liegt zwischen 20 und 30 Zählern.
Bull/Bear-Index
Jeden Mittwoch misst die Deutsche Börse die Stimmung von etwa 170 institutionellen Anlegern. Die Marktteilnehmer sollen angeben, ob sie den Dax und den TecDax in den nächsten 30 Tagen steigen, fallen oder seitwärts tendieren sehen. Für den TecDax-Sentiment-Indikator befragt die Deutsche Börse zusätzlich zu Fondsmanagern und Vermögensverwaltern noch rund 150 Privatanleger.
Aus den Daten berechnet das Finanzmarktanalyse-Institut Cognitrend immer donnerstags für Dax und TecDax jeweils einen sogenannten Bull/Bear-Index, der das Verhältnis von Optimisten (Bullen) zu Pessimisten (Bären) angibt. Ein hoher Prozentwert steht für besonders ausgeprägten Optimismus. "Viel aussagefähiger als die absoluten Werte sind jedoch die relativen Stimmungsänderungen von Woche zu Woche", erläutert Gianni Hirschmüller von Cognitrend.
Sentix
Weitaus größer als bei den Bull/Bear-Indizes ist die Datenbasis bei der Sentix-Indexfamilie. An der wöchentlichen Kapitalmarktumfrage beteiligen sich mehr als 2600 Anleger per Internet, darunter rund 570 institutionelle Investoren. "Jeder kann sich anmelden", erklärt Manfred Hübner, Initiator der Erhebung und hauptberuflich Leiter der Sparte Behavioral Finance bei Deka Investment.
Immer freitags äußern sich die Teilnehmer der Sentix-Datenerhebung dazu, ob sie im Dax, in anderen Indizes sowie auf den Renten- und Devisenmärkten jeweils auf Sicht von einem Monat und einem halben Jahr steigende, seitwärts tendierende oder fallende Kurse erwarten. Regelmäßig geben die Anleger zudem ihre Einschätzungen zu Konjunkturaussichten, für verschiedene Branchen und für Rohstoffpreise ab.
Aus den gesammelten Meinungen ergeben sich dann diverse Sentix-Indexwerte von plus 100 bis minus 100. "Ein Pluswert von 100 wäre erreicht, wenn alle Befragten steigende Kurse erwarteten, bei minus 100 sähen alle Teilnehmer ausnahmslos sinkende Kurse", erläutert Hübner.
AnimusX
Ebenfalls auf einer Internetumfrage basiert der Stimmungsindikator AnimusX, der die verhaltensorientierte Finanzmarktuntersuchung mit dem Handwerkszeug der technischen Analyse verbindet. "Die Marktteilnehmer lassen sich durch Ereignisse wie Trendbrüche, das Unterschreitungen von Unterstützungen oder die Überwindung von Kurswiderständen beeinflussen", ist Initiator Thomas Theuerzeit überzeugt.
An der wöchentlichen Umfrage beteiligen sich 1700 private und 300 institutionelle Anleger. Sie sollen angeben, auf welchem Niveau sie bereit sind, in den Dax sowie andere Märkte einzusteigen und auf welchem Niveau sie aussteigen wollen. "Aus der Behavioral Finance weiß man, dass einer der wichtigsten Referenzwerte für einen Investor sein Einstandskurs ist.
Hier liegt die Schwelle zwischen Angst und Gier", erklärt Theuerzeit. Ziel der AnimusX-Erhebung ist es, neben den Einstandspreisen auch die von der Mehrheit der Befragten gesehenen Unterstützungs- und Widerstandsmarken herauszufinden. Denn diese geben, so das Credo der technischen Analyse, die mögliche Richtung an den Märkten vor.
  • FTD.de, 10.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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