FTD.de » Finanzen » Alternative Anlagen » Günstiger versichert über die Kammer

Merken   Drucken   26.09.2009, 09:00 Schriftgröße: AAA

Das Geld der Frauen: Günstiger versichert über die Kammer  

Versorgungswerke springen ein, wenn Mitglieder nicht mehr arbeiten können. Sie punkten mit geringen Kosten - prüfen aber auch strenger. von Anja Krüger
Bevor Frauen aus freien Berufen eine private Berufsunfähigkeits- oder Rentenversicherung abschließen, lohnt sich ein kurzer Check beim berufsständischen Versorgungswerk. Denn oft ist eine Erhöhung des Pflichtbeitrags günstiger. Zudem steigt mit einem höheren Beitrag der daran gekoppelte Schutz gegen Berufsunfähigkeit.
Generell haben die Versorgungswerke den Vorteil, dass anders als bei privaten Verträgen für Abschluss oder Aufstockung keine Provisionen anfallen. Zudem sind die Verwaltungskosten niedriger.
Architektinnen, Wirtschaftsprüferinnen, Medizinerinnen oder Frauen aus Rechtsberufen und dem steuerberatenden Metier gehören zu den gekammerten Berufen. Damit verbunden ist die Pflichtmitgliedschaft in einem der 87 Versorgungswerke. Dafür müssen die Mitglieder einen einkommensabhängigen Beitrag entrichten. Gleichzeitig können sie mehr als den Pflichtsatz einzahlen, um ihre Versorgung zu verbessern. Im Schnitt gibt es von den Versorgungswerken eine Rente von 2000 Euro im Monat.
Einen weiteren Vorteil bietet die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. "Es gibt keine Gesundheitsprüfung und keine von der individuellen Gesundheit abhängigen Tarife", sagt Michael Jung, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen. Bei privaten Anbietern sind die Risiken der Kundin, etwa Vorerkrankungen und Beruf, für den Preis der Police entscheidend.
Allerdings prüfen die Versorgungswerke im Ernstfall sehr viel strenger als die Privaten, ob das Mitglied nicht doch noch in seinem Beruf arbeiten kann. "Eine Tierärztin mit Tierhaarallergie würde keine Berufsunfähigkeitsrente bekommen, weil sie ihren Beruf noch ausüben kann", sagt Jung. Sie könnte beispielsweise als Gutachterin in der Verwaltung arbeiten.
Wenn Frauen keine berufsbezogenen Einkünfte haben, wie in der Familienphase, sind sie von der Beitragspflicht entbunden. Jedoch können sie freiwillig einzahlen.
Bei Erziehungszeiten gibt es eine Besonderheit zu beachten. Der Staat zahlt auch für Angehörige der freien Berufe in dieser Phase für bis zu drei Jahre Beiträge für die Altersvorsorge. Allerdings fließt dieses Geld in den Topf der gesetzlichen Rentenversicherung.
Diese Rente gibt es aber nur bei einer Mindestbeitragszeit von 60 Monaten. Nimmt eine Frau also drei Jahre Elternzeit, müsste sie noch für zwei weitere Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Dies kann sie jedoch erst, wenn sie in Ruhestand geht und ihre Beitragszeiten feststehen. Die Möglichkeit der Nachzahlung gibt es seit August dieses Jahres. Der staatliche Beitrag richtet sich nach dem Durchschnittseinkommen, das fortlaufend angepasst wird. "Zurzeit bringt ein Jahr Kindererziehung eine Rente von 27,20 Euro" , sagt Jung.
Auch für Selbstständige aus nicht gekammerten Berufen wie Presse und Buchhändler lohnt sich die Nachfrage bei ihren Verbänden. Einige bieten Gruppenversicherungen für Berufsunfähigkeit an, ebenfalls ohne Gesundheitsprüfung.
  • FTD.de, 26.09.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6285,05  [-0.7 -0,01%
  Euro Stoxx 50 2130,48  [-3.57 -0,17%
  Dow Jones 12496,15  [-6.66 -0,05%
  Nasdaq Composite 2850,12  [11.04 +0,39%
  Euro 1,25438 USD  [-0.00132 -0,11%
  Brent-Öl 106,31 USD  [-2.58 -2,37%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

FTD-SPEZIAL: FINANZKOMMUNIKATION

mehr FTD-Spezial: Finanzkommunikation

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote