Börsengehandelte Indexfonds gelten als kostengünstige und einfache Möglichkeit, eine Anlageidee umzusetzen. Doch diese nach ihrem englischen Namen Exchange-Traded Funds kurz ETFs genannten Produkte haben auch so manchen Fallstrick, wie das Beispiel besicherter Bankanleihen (Covered Bonds) offenbart: Sie bieten möglicherweise keine angemessene Rendite für ein steigendes Risiko wie im Fall Spaniens. "Man muss auch bei ETFs genau hinschauen, was sich darin verbirgt", sagt Matthias Melms, Analyst bei der Nord/LB.
ETFs folgen einem Index, in dem sie die in diesem enthaltenen Papiere entsprechend deren Gewichtung kaufen oder den Index mit anderen Finanzprodukten nachbilden. Das macht sie günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Anders als bei Aktien gibt es nur wenige ETFs auf Covered Bonds. Anbieter sind unter anderem iShares und Lyxor. Die Kurse ihrer beiden Covered-Bond-Produkte sind mit der Zuspitzung der Bankenkrise in Spanien deutlich gefallen.
In beiden ETFs spielte Spanien eine große Rolle: Im iShares Markit iBoxx Euro Covered Bond (ISIN: DE000A0RFEE5) auf Basis eines Markit-Index stecken aktuell 22,5 Prozent spanische Pfandbriefe, sogenannte Cédulas. Der Wert bildet in etwa den Anteil spanischer Emittenten am europäischen Covered-Bond-Markt ab, der ein Gesamtvolumen von rund 2500 Mrd. Euro hat. Frankreich kommt auf ein Gewicht von 27,25 Prozent, Deutschland auf 13,4 Prozent.
Beim Lyxor ETF EuroMTS Covered Bond Aggregate (ISIN: FR 001 0.481.127) wird Spanien hingegen mit 60,8 Prozent gewichtet - ein klassisches Klumpenrisiko. Ursache dafür ist, dass EuroMTS seine Indizes danach zusammenstellt, ob die Anleihen auf seiner eigenen Plattform gehandelt werden. Das Problem: Die Cédulas wurden zu höheren Kursen und damit niedrigeren Renditen als aktuell in den Indexfonds gekauft. "Gehen die in einem ETF enthaltenen Covered Bonds in der Bewertung nach unten, so bekommt der ETF-Besitzer nicht die Rendite, die dem damit ausgedrückten höheren Risiko entspricht", erläutert Melms.
Bei Lyxor ist man sich des Problems bewusst, sieht jedoch EuroMTS in der Pflicht. Das französische Unternehmen will reagieren. "Wir sind dabei, das Thema Spanien anzupacken, und werden die Indizes in den nächsten Wochen verändern", sagte Mirela Vlad, Regionaldirektorin für Indexentwicklung. "Als der Index 2004/05 aufgelegt wurde, dominierten spanische Emittenten den Markt." Im Blick habe man auch die starke Untergewichtung von Frankreich, das im Covered-Bond-Index von MTS gerade einmal zwei Prozent ausmacht.