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Eine gute Rendite reicht vielen Anlegern nicht mehr. Sie wollen ihr Geld nach ökologischen und sozialen Kriterien investieren. Bei der nachhaltigen Kapitalanlage lauern indes die gleichen psychologischen Fallen wie beim herkömmlichen Investment. Wir erklären, wie sich Fehler vermeiden lassen.

Merken   Drucken   21.11.2012, 14:18 Schriftgröße: AAA

Geldanlage: Anlagestrategien im Test. Welcher Anlegertyp sind Sie?

Hoher Gewinn ohne Risiko - welcher Anleger träumt nicht davon. Doch das funktioniert leider nie. Also muss der Investor bei der Geldanlage abwägen zwischen Sicherheit und Rendite. Und soll man in Aktien, Investmentfonds, Tagesgeld oder Festgeld investieren? FTD.de stellt typische Anlegertypen vor.
© Bild: 2012 DPA/Fredrik von Erichsen
Hoher Gewinn ohne Risiko - welcher Anleger träumt nicht davon. Doch das funktioniert leider nie. Also muss der Investor bei der Geldanlage abwägen zwischen Sicherheit und Rendite. Und soll man in Aktien, Investmentfonds, Tagesgeld oder Festgeld investieren? FTD.de stellt typische Anlegertypen vor.
von Thomas Bolte

Maximale Renditen, minimales Risiko und jederzeitige Verfügbarkeit des investierten Kapitals - wenn Anleger einen Wunschzettel für ihre Geldanlage schreiben dürften, kämen diese drei Ziele wohl an erster Stelle. Doch keine Geldanlage und Anlagestrategie der Welt kann alle drei Bedürfnisse zugleich erfüllen. Es gilt: Je höher das Sicherheitsbedürfnis, desto geringer die Renditeaussichten.

Wer umgekehrt auf eine möglichst üppige Rendite schielt, muss dafür auch ein erhöhtes Risiko in Kauf nehmen - im schlimmsten Fall bis hin zum Totalverlust der angelegten Summe. Beim Aufbau eines Depots sollten Anleger sich daher immer fragen, was für ein Anlegertyp sie eigentlich sind. Wollen sie bei der Geldanlage überhaupt Wagnisse eingehen? Geld an der Börse anlegen? Oder hat der Kapitalerhalt bei ihnen oberste Priorität?

Nur wer seine eigene Risikofreude richtig einschätzt, kann auch die passenden Bausteine für sein persönliches Portfolio nach Maß zusammenstellen. Wir stellen die typischen Anlegertypen vor und zeigen, wie ein Musterdepot bei ihnen aussehen könnte.

Der defensive Typ: Staatsanleihen, Aktien, Festgeld

"Wer die Hitze scheut, hat in der Küche nichts zu suchen", sagt der Volksmund. Gleichsam kommen für defensiv orientierte Anleger Geldanlagen, mit denen sie sich im Auf und Ab der Märkte die Finger verbrennen können, keinesfalls in Frage. Im Depot macht sich eine solche Zurückhaltung durch einen relativ geringen Aktienanteil bemerkbar.

Maximal ein Viertel der Anlagesumme investiert der defensive Typ in Aktien, wobei er Titel aus Europa und den USA ungefähr im gleichen Verhältnis mischt. Riskantere Anlageregionen wie etwa die BRIC-Staaten - also Brasilien, Russland, Indien und China - haben in seinem Portfolio weder über Anleihen noch über Aktien etwas zu suchen. Erste Wahl sind dagegen Staatsanleihen etablierter Industrienationen, deren Ausfall äußerst unwahrscheinlich ist.

Rund 60 Prozent des Depots bestehen beim sicherheitsbewussten Investor aus Staatsanleihen; neben Deutschland dürfen die Bonds aus Frankreich, Großbritannien oder den USA stammen. Den restlichen Anteil seines Kapitals, rund 15 Prozent, bunkert der defensive Anleger je nach Verfügbarkeitswunsch auf einem Tages- oder Festgeldkonto seiner Bank.

Der ausgewogene Typ: Aktien, Staatsanleihen, Indexzertifikate

Anleger, die gegenüber konservativen Sparern ein Plus an Rendite erzielen möchten, müssen für dieses Anlageziel prinzipiell ein gestiegenes Risiko hinnehmen. Der ausgewogene Typ fährt zweigleisig: Ungefähr die Hälfte des investierten Kapitals setzt er einem erhöhten Risiko aus, für die andere Hälfte gilt wie beim defensiven Anleger strikt das Gebot des Werterhalts.

Auf diese Weise bleiben unerwünschte Ausreißer nach unten auf ein vertretbares Maß beschränkt. Für den Balanceakt zwischen Sicherheitsbedürfnis und Renditestreben vergrößert der ausgewogene Typ seinen Aktienanteil auf bis zu 30 Prozent; zur Hälfte jeweils Europa und USA.

Außerdem dürfen es mit rund 25 Prozent mehr europäische Staatsbonds als US-Anleihen sein, die einen Anteil von 20 Prozent haben könnten. Als Beimischung dienen mit fünf Prozent ausgewählte Unternehmensaktien europäischer Konzerne mit hoher Bonität, die ein so genanntes Investmentgrade-Rating haben.

Den Baranteil fährt der ausgewogene Typ auf fünf Prozent herunter. Neu ins Depot kommen bei ihm mit rund 15 Prozent die Wachstumsmärkte, etwa der nach wie vor für Investoren attraktive asiatische Raum. Eine Option wären beispielsweise asiatische Renten und Indexzertifikate, die einen oder mehrere asiatische Märkte abbilden.

Der dynamische Typ: Aktien, Unternehmensanleihen und Rohstoffzertifikate

Im Leben gibt es bekanntlich nichts geschenkt. An der Börse auch nicht: Der dynamische Typ geht bewusst hohe Risiken ein, um im Gegenzug auch die Chance auf eine satte Rendite zu haben. Er weiß, dass ihn drastische Kursstürze wie 2008 bei einem hohen Aktienanteil im Depot - 30 Prozent USA, 20 Prozent Europa - um Jahre zurückwerfen können und er unter Umständen sehr langfristig investiert sein muss, um auf die historische Durchschnittsrendite eines breit gestreuten Aktieninvestments von ungefähr acht Prozent pro Jahr zu kommen.

Insgeheim hofft der dynamische Typ aber auf einen jahrelangen Börsenboom, wie es ihn etwa im DAX  zuletzt von 2003 bis 2007 mit jährlichen Zuwachsraten von bis zu 35 Prozent gab. Mit niedrig rentierenden Staatsanleihen hat der dynamische Typ nichts am Hut: Ins Depot wandern vielmehr europäische Unternehmensanleihen für rund 30 Prozent der Anlagesumme, wobei rund ein Drittel davon Aktien mit spekulativem Rating sein dürfen.

Das sorgt ebenso für Nervenkitzel und Renditechancen wie die Beimischung von Rohstoffzertifikaten, etwa acht Prozent. Im Portfolio bleiben asiatische Indexzertifikate mit zehn Prozent, den Festgeldanteil schraubt der renditehungrige Typ dagegen auf ein Minimum von zwei Prozent herunter.

  • FTD.de, 21.11.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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