Besser als der DAX ! Dieses Ziel verfolgen nicht nur viele Fondsmanager, sondern auch zahlreiche Privatanleger. Mit zumeist durchwachsenem Erfolg. Trotzdem wird immer wieder gezielt nach Strategien gesucht, die eine nachhaltige Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt - in diesem Fall gegenüber dem deutschen Aktienmarkt - generieren.
Allgemein bekannt und auch sehr beliebt sind saisonale Strategien wie beispielsweise "Sell in May", bei denen Investoren ihr Geld nur in den historisch betrachtet "guten" Monaten am Aktienmarkt anlegen und in der "kritischen" Phase zwischen Mai und September abstinent bleiben. Was historisch betrachtet sehr gute Erfolge gebracht hat, klappt aber nicht jedes Mal. Im laufenden Jahr zum Beispiel brach der DAX im Mai zwar tatsächlich deutlich ein. Das Minus konnte in den Folgemonaten bis heute aber mehr als wettgemacht werden. Ein Dauerinvestment wäre 2012 also mit hoher Wahrscheinlichkeit die bessere Lösung gewesen.
Ebenfalls nur temporär am Markt investiert sind Anleger bei dem vor Kurzem neu aufgelegten Zertifikat der Schweizer Bank UBS , dem die hauseigene DAX On/Off-Strategie zugrunde liegt. Dieser Ansatz basiert auf Untersuchungen, denen zufolge die Performance beim deutschen Leitindex um den Monatswechsel herum besonders gut ausfällt. Möglicher Grund dafür ist, dass Privatanleger (in Form von Gehältern oder Mieteinnahmen), Fondsgesellschaften (über Sparpläne) und Pensionskassen in der Regel um diese Zeit herum frisches Kapital erhalten, das dann an den Aktienmärkten angelegt wird.
Bei dem neuen Zertifikat wird das eingesetzte Kapital jeweils am fünft-letzten Handelstag eines Monats zum Schlusskurs in den DAX investiert und am dritten Handelstag des neuen Monats zum Schlusskurs wieder aus dem Markt genommen. Damit partizipieren Anleger jeden Monat sieben volle Handelstage an der Performance des Index. Den Rest der Zeit wird das Geld zum Eonia-Zinssatz (aktuell magere 0,1 Prozent pro Jahr) angelegt. Bei einer Rückrechung über die vergangenen zehn Jahre hätten Anleger mit einer dieser Strategie ihr Kapital mehr als vervierfacht, während der DAX nur um knapp 90 Prozent gestiegen ist. Der Großteil der Outperformance entfällt auf die Jahre 2007 und 2008, als der DAX massiv an Wert verlor, während der Strategieindex aufgrund der nur begrenzten Investitionszeit sowie der damals noch deutlich höherer Zinsen unter dem Strich sogar zulegen konnte.
Aktuell sieht die Situation aber anders aus: Gut vier Wochen nach Auflegung hinkt das Zertifikat dem DAX erst einmal hinterher. Nachdem die erste Phase "im DAX" von Ende August bis Anfang September ein kleines Minus bescherte, startete der Index exakt mit Beginn der Investitionspause seinen Höhenflug. Über den langfristigen Erfolg sagt das natürlich noch nichts aus. Wer sich für diese Strategie interessiert, zahlt für die regelmäßigen Umschichtungen eine Managementgebühr von 0,35 Prozent pro Jahr.
Einen ähnlichen Ansatz fährt die Royal Bank of Scotland (RBS) bei ihren schon seit Ende 2005 verfügbaren Zertifikaten auf mehrere Alpha-Indizes. Bei einer jährlichen Gebühr von einem Prozent wird das Anlegerkapital jeweils an den letzten zwei und den ersten vier Handelstagen eines Monats angelegt. Zudem werden Investoren auch rund um gesetzliche Feiertage (zwei Tage vorher bis vier Tage nachher) an der Performance der jeweiligen Indizes beteiligt. Den Rest der Zeit verzinst sich das Kapital auch hier zum Tagesgeldsatz. Angewandt wird diese Strategie auf die Aktienmärkte in Deutschland, Europa, Japan und den USA. Die Bilanz der insgesamt also vier Zertifikate könnte unterschiedlicher kaum sein. Richtig erfolgreich war bislang der Alpha-Japan-Index, der seit Auflegung über 50 Prozent zulegen konnte, während der Nikkei 225 im währungsbereinigten Vergleich 20 Prozent verloren hat. Auch in der Euro-Zone hätte sich der zeitlich begrenzte Investitionsansatz gerechnet. Einem Minus von rund zehn Prozent beim Euro Stoxx 50 steht ein Plus von immerhin rund neun Prozent beim Alpha-Europa-Index gegenüber - inklusive Gebühren.
Am US-Aktienmarkt hingegen war die Strategie in den vergangenen Jahren nicht von Erfolg gekrönt. Seit Auflegung des Zertifikats vor knapp sieben Jahren lag der Kurs dauerhaft unter dem Startwert. Aktuell schlägt hier ein Minus von mehr als 20 Prozent zu Buche, obwohl der S&P 500 als Benchmark gut 23 Prozent im Plus liegt. Und auch dem auf den heimischen Markt zielenden Alpha-Deutschland-Index gelang unter dem Strich nicht die erhoffte Outperformance. Seit Emission konnte das Zertifikat zwar rund 20 Prozent an Wert gewinnen. Der DAX hat währenddessen aber um das Doppelte zugelegt. Zwar entwickelte sich der Alpha-Index während des Crashs 2008 deutlich besser als der DAX. In den starken Aufschwungphasen des Marktes wurde mit der Teilzeitstrategie dann aber zu viel Performance liegen gelassen. Das gleiche Problem, mit dem auch die neue UBS-Strategie zu Beginn zu kämpfen hat.