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Merken   Drucken   07.04.2009, 10:53 Schriftgröße: AAA

Geschlossene Fonds: Schiffsfonds versenken ein Viertel des Anlegergelds

Bei Schiffsbeteiligungen wird fast ein Viertel des Anlegergeldes für Vertrieb, Marketing oder Fondskonzeption ausgegeben. Das "Jahrbuch Geschlossene Fonds" des Berliner Analysehauses Scope bescheinigt ihnen damit besonders hohe Belastungen. von Renate Daum
Auf durchschnittlich 22,1 Prozent beziffert Scope bei diesem Fondstyps den Anteil der Weichkosten am Anlegerkapital inklusive Agio. Damit waren die 2008 in Deutschland vertriebenen Schiffsfonds der teuerste Beteiligungstyp, geht aus dem "Jahrbuch Geschlossene Fonds" des Berliner Analysehauses hervor.
Unter Weichkosten fällt alles, was nicht in direktem Zusammenhang mit dem Investitionsobjekt steht, das die Rendite erwirtschaften soll. Scope zählt dazu im Wesentlichen Dienstleistungsvergütungen, etwa für die Eigen- und Fremdkapitalbeschaffung, die Fondsverwaltung und die Übernahme von Garantien. Erwerbskosten oder Fremdkapitalkosten fallen nach der Definition des Analysehauses nicht darunter.
Weichkosten ausgewählter Beteiligungstypen   Weichkosten ausgewählter Beteiligungstypen
Bei Immobilienfonds machten die Weichkosten im Schnitt 18,3 Prozent bei inländischen und 15,6 Prozent bei ausländischen Objekten aus. Energiefonds fielen mit einem hohen Durchschnittswert von 21,7 Prozent auf. In allen untersuchten Fondskategorien lagen die Angebote mit den höchsten Weichkosten bei einem guten Viertel der Anlegergelder mit Agio. Den Spitzenreiter stellte ein Schiffsfonds mit 32,8 Prozent Weichkosten.
Im Vergleich zum Vorjahr sind die Anteile generell gesunken, allerdings nur leicht. So hatte Scope 2007 für Schiffsfonds 23,3 Prozent berechnet. Die Fondsanalysten befürchten, dass sich an dieser unbefriedigenden Situation wenig ändern dürfte, solange die Anleger Sicherheit vor Rendite stellen und daher die Kosten vernachlässigen.
  • Aus der FTD vom 07.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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