Silber ist in diesem Jahr als sichere Anlage begehrt
Derzeit beträgt diese Relation 42. Noch vor einem halben Jahr lag sie bei 68, der Durchschnitt beträgt 55. Diese Entwicklung ist aber weniger auf eine Schwäche des Goldpreises zurückzuführen, als vielmehr auf die Stärke von Silber. "Der Silberpreis hatte Nachholbedarf", sagt Joachim Berlenbach von der Earth Resource Investment Group. Erst vor ein paar Tagen erreichte Silber bei 35,30 Dollar je Unze den höchsten Stand seit 1980. Damit ist Silber in diesem Jahr um mehr als 15 Prozent in die Höhe geschossen. Edelmetalle blieben als sicherer Hafen gefragt, sagte ein Händler.
Gründe dafür gibt es reichlich. "Die politischen Spannungen im Nahen Osten und Afrika haben dazu geführt, dass Investoren Silber in einem Tempo kaufen, mit dem das Angebot nicht mehr Schritt halten kann", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte der Saxo Bank. Die Verkäuferseite sei gar gezwungen, das Angebot zu rationieren. Dazu kommt: Überall in der Welt nimmt die Inflation zu. Anleger flüchten deshalb zunehmend in reale Werte, in Silber, aber auch in Gold, dessen Preis Anfang März dieses Jahres bei 1422 Dollar je Feinunze notierte.
Für die gestiegenen Edelmetallnotierungen sind diese Gründe eher kurzfristiger Natur. Daneben gibt es aber auch fundamentale Argumente, die für weitere Preisanstiege sprechen. Robert Vitye, Geschäftsführer von Solit Kapital, zum Beispiel verweist auf die weltweit wachsende Edelmetallnachfrage.