US-Investoren, allen voran Stiftungen, haben Nutzwälder schon vor Jahren als Kapitalanlage entdeckt. Bislang steckten sie rund 25 Mrd. Dollar (18 Mrd. Euro) in Forste. Das macht allerdings nur acht Prozent des investierbaren Nutzwalds aus, der Rest ist in Privathand. Doch das könnte sich ändern: Seit der Finanzkrise ist das Interesse an der Anlageklasse deutlich gestiegen - aus guten Gründen.
Jeremy Grantham vom US-Investmentmanager GMO ist seit den 90er-Jahren begeisterter Befürworter dieser Anlageklasse. In einem Anlagebericht formulierte er es kürzlich so: "Das Forstwesen bleibt meiner Ansicht nach eine gute Diversifizierung in guten Zeiten, eine hervorragende Wertanlage, sollte die Inflation unerwartet sprunghaft ansteigen, und ein aus historischer Sicht ausgezeichnetes defensives Investment, sollte sich die Konjunktur abschwächen. Ansonsten finde ich es furchtbar."
Wichtig ist, dass Grantham davon spricht, Wald- oder Nutzwaldgebiete zu erwerben - nicht nur die Bäume oder gar Rohholz. GMO verwaltet inzwischen US-Nutzwald im Wert von rund 3,4 Mrd. Dollar. In den vergangenen 20 Jahren ist der Wert solcher Forstinvestments verlässlich um mehr als zehn Prozent pro Jahr gestiegen. Grantham geht in seiner jüngsten Prognose davon aus, dass das Forstwesen in den kommenden sieben Jahren inflationsbereinigt sechs Prozent abwerfen wird, wobei durch geschicktes Management weitere 1,5 Prozent hinzukommen könnten.