Es ist eine gar nicht so neue Botschaft, die sich aus der Situation am Pfandbriefmarkt ablesen lässt: Egal an welcher Stellschraube des Finanzsystems gedreht wird, irgendwo und irgendwann drohen dann doch die Kollateralschäden der guten Tat. Da will man zum Beispiel durch Regulierungsauflagen mehr Stabilität ins Bankgewerbe bringen - und verkleinert dadurch indirekt auch das Anlageuniversum von Versicherern oder Pensionskassen, weil die zum Beispiel immer weniger gute Pfandbriefe zur Verfügung haben. Denn die Banken horten inzwischen alles, was sicher ist und wenigstens etwas mehr Rendite bringt als Bundesanleihen.
Die Folge: Versicherer und Pensionskassen müssen in riskantere Anlagen ausweichen, wenn sie ihre Renditeversprechen erwirtschaften wollen. Oder sie drücken durch ihre starke Nachfrage die Rendite bei Pfandbriefen auf ein noch erbärmlicheres Niveau. Klar ist auch: Die Finanzkrise und die mit ihr verbundene Niedrigzinspolitik führen ohnehin dazu, dass sich der Anlagenotstand für die Investoren seit Jahren verschlimmert. Und die damit verbundene finanzielle Repression findet dann über sehr viele Wege ihren Ausdruck in der Vermögenssituation der Privathaushalte.
Die haben zwar in der Regel keine Pfandbriefe im Portfolio, sehr wohl aber eine Lebens- oder Rentenversicherung, einen Riester-Vertrag oder eine private Pflegeversicherung. Und die kosten die Privathaushalte dann irgendwann mehr Geld (für die gleiche Leistung) - oder sie bringen weniger Rendite als erwartet.
So ist der leer gekaufte Pfandbriefmarkt nur ein weiterer Beleg dafür, dass die Kosten für die andauernde Krisenpolitik auch bei den Privathaushalten ankommen werden. Und dass es dafür noch nicht mal einer Inflation bedarf. Trotzdem wäre es falsch, daraus abzuleiten, man soll es mit dem Retten und Regulieren sein lassen. Die Alternativen kämen uns noch teurer.