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Merken   Drucken   03.02.2009, 09:13 Schriftgröße: AAA

Krisenwährung: Viele Wege führen zum Gold

Fonds, ETCs, Barren oder doch den Klassiker Krügerrand: Wer in Gold anlegen möchte, hat die Qual der Wahl. Denn jede Option hat ihre ganz spezifischen Nachteile. FTD.de zeigt, welche. von Jeanne Diesteldorf
In der vergangenen Woche kletterte der Goldpreis erstmals über 700 Euro pro Unze. Auch in Dollar fehlt nicht mehr viel, und das im März 2008 erreichte Rekordhoch von 1003 $ ist eingestellt. Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg traut dem Edelmetall im Jahr 2010 sogar 1100 $ zu.
Zu Anlegers Liebling haben sich mit Gold hinterlegte Fonds gemausert - Zertifikate sind vielen in diesen Zeiten nicht sicher genug. Allein der weltgrößte Goldfonds SPDR Gold Trust verwaltet inzwischen 843,5 Tonnen des Edelmetalls, mehr als Japans Zentralbank.
In Deutschland allerdings gibt es keine Goldfonds, die als Sondervermögen vor der Insolvenz des Anbieters geschützt sind. Anleger müssen auf Schuldverschreibungen ausweichen, sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs).
Im Tresorraum der Bank of England lagern stapelweise Goldbarren. ...   Im Tresorraum der Bank of England lagern stapelweise Goldbarren. Doch Fonds horten längst mehr von dem begehrten Edelmetall als die britischen Währungshüter
In diese Lücke will Hansainvest stoßen: Hansagold ist ein "sonstiges Sondervermögen", dessen Manager direkt in Edelmetalle investieren können. "Wir wollten als Erste einen Fonds konzipieren, mit dem Anleger tatsächlich in das gelbe Edelmetall investieren und dessen Wertentwicklung nahezu dem Goldpreis entspricht", sagt Hansainvest-Chef Jörg Stotz. Der Knackpunkt: Gold darf laut Gesetzgeber höchstens 30 Prozent des Fondsvolumens ausmachen. Hinter Hansagold stecken deshalb auch Staatsanleihen und Zertifikate - nicht nur auf Gold, sondern auch auf Silber.
Mit ETCs gelingt es daher wohl besser, den Preis des Edelmetalls eins zu eins abzubilden, denn die Anbieter kaufen ausschließlich Goldbarren. Xetra-Gold und Gold Bullion Securities verbriefen ebenso wie Hansagold das Recht, sich das Edelmetall physisch ausliefern zu lassen. Für den Fall, dass die Anbieter zahlungsunfähig werden, haben die Anleger Zugriff auf das Gold - der Nachteil des Emittentenrisikos soll damit entfallen.
Ausgewählte physisch besicherte Goldinvestments   Ausgewählte physisch besicherte Goldinvestments
Wer trotzdem reines Gold und die Sicherheit eines Sondervermögens will, muss in die Schweiz reisen. Dort bieten Julius Bär und Zürcher Kantonalbank Fonds an, die ausschließlich in Goldbarren investieren. Beide werden an der Zürcher Börse gehandelt, deutsche Investoren können sie problemlos erwerben. Allerdings sind sie in Deutschland nicht zum Vertrieb zugelassen. Anlegern könnten daher Probleme mit dem Finanzamt drohen.
Kein reines Gold in deutschen Fonds, ein nicht auszuschließendes Emittentenrisiko bei ETCs, mögliche Steuerprobleme mit Schweizer Produkten - bleibt als Ausweg der Krüger-Rand im heimischen Safe. Diesen Einfall haben aber derzeit viele Anleger: Durch die gestiegene Nachfrage ist bares Gold teuer: "Noch vor einem Jahr war beim Kauf von Goldmünzen ein Aufschlag von fünf Prozent auf den Spotpreis üblich", sagt David Reymann vom Münchner Edelmetallhändler Pro Aurum. "Heute müssen Kunden mit mindestens acht Prozent rechnen. Beim Krüger-Rand sind es sogar zwölf Prozent." Sicherheit hat ihren Preis.
  • Aus der FTD vom 03.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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