Der DAX verabschiedete sich zwei Prozent tiefer bei 6561,47 Punkten ins Wochenende, der EuroStoxx50 verlor 1,7 Prozent auf 2249,27 Zähler. An der Wall Street lag der US-Standardwerteindex Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland ein Prozent im Minus.
Die US-Unternehmen schufen im April den zweiten Monat in Folge weniger neue Jobs als erhofft. "Die Daten scheinen zu bestätigen, dass der März nicht nur ein Ausrutscher war", sagte Nomura-Volkswirtin Ellen Zentner. Außerhalb der US-Landwirtschaft stieg die Zahl der neuen Stellen im April um 115.000. Das Plus für den März wurde zwar auf 154.000 von 120.000 korrigiert, lag damit aber immer noch deutlich unter der ursprünglichen Markterwartung von 203.000.
Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus wies auf einen weiteren Aspekt hin. "Da das Lohnwachstum moderat bleibt, geben die Zahlen keinen Rückenwind für den Konsum." Die US-Stundenlöhne stagnierten im April, nachdem sie im März um magere 0,2 Prozent gestiegen waren. Die Käufe der US-Verbraucher sind die Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.
Auch das Stimmungsbarometer der europäischen Einkaufsmanager aus dem Dienstleistungssektor blieb hinter den Erwartungen zurück. Der Index sank im April auf 46,9 Stellen von 49,2 Punkten im Vormonat. Die Erstschätzung hatte bei 47,9 Zählern gelegen.
Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur drückte der Preis für die Nordsee-Ölsorte Brent um 3,4 Prozent auf 112,17 Dollar je Barrel (159 Liter). Parallel dazu verbilligte sich der Euro auf 1,3091 Dollar und kostete damit rund einen halben US-Cent weniger als zum New Yorker Vortagesschluss.
Auf ihrer Suche nach einem sicheren Anlagehafen nahmen viele Investoren Kurs auf Bundesanleihen. Der Bund-Future kletterte daraufhin auf ein neues Rekordhoch von 142,13 Punkten. Gold verteuerte sich um bis zu 0,7 Prozent auf 1646,86 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).
Francois Hollande bei der Stichwahl um das französische Präsidentenamt siegt, sagte ein Börsianer. Der größere Unsicherheitsfaktor sei Griechenland, wenn dort eine europakritische Regierung an die Macht komme. "Wenn die derzeit regierende Koalition nicht genügend Stimmen bekommt, werden sich die Kurse in den Peripherie-Staaten unterdurchschnittlich entwickeln", warnte Achilleas Georgolopoulos, Anlagestratege der Lloyds Bank. "Italien und Spanien wird es am härtesten treffen."
Zu den größten Verlierern im DAX zählten Metro und Infineon , die beide unter den Nachwehen enttäuschender Zahlen vom Vortag litten. Die Analysten von UBS bezeichneten die Quartalsergebnisse der Metro als "beunruhigend". Die Wahrscheinlichkeit, dass die Profitabilität weiter sinke, sei groß. Die Aktien des Handelskonzerns fielen zeitweise auf ein Drei-Jahres-Tief von 22,82 Euro und schlossen 2,7 Prozent tiefer bei 22,94 Euro. Beim Chip-Hersteller Infineon lastete Börsianern zufolge die Aussicht auf geringere Gewinne als Folge hoher Investitionen auf der Stimmung. Die Papiere gaben 3,2 Prozent auf 7,05 Euro nach.
Zu den wenigen Gewinnern im DAX zählten Münchener Rück , die sich um 0,4 Prozent verteuerten. Die Rückversicherer haben zu Jahresbeginn ordentlich verdient. Bei der Swiss Re war es gut 1 Mrd. Dollar, beim Branchenprimus Münchener Rück blieben im Auftaktquartal unter dem Strich mehr als 750 Mio. Euro hängen. Das Unternehmen will am Dienstag die Details zu seinen Quartalszahlen vorlegen. Swiss Re notierten 1,5 Prozent fester.