Späte Hausse
Die erst vor Kurzem beendete Baisse der Agrarrohstoffe zeigt, dass eine effizientere Produktion die steigende Nachfrage in den vergangenen Jahrzehnten mehr als wettmachen konnte. Warum sollte das jetzt nicht mehr funktionieren? Das US-Landwirtschaftsministerium hat ausgerechnet, dass der Weizenertrag pro Hektar in den vergangenen 40 Jahren weltweit jährlich im Schnitt um fast zwei Prozent gestiegen ist, in den letzten zehn Jahren dagegen nicht mal mehr um 0,5 Prozent. Viel mehr als heute lässt sich aus deutschen und amerikanischen Äckern wohl nicht mehr herauspressen. Zumindest, wenn Zukunftsvisionen unerfüllt bleiben. "Sollte es gelingen, gentechnisch veränderte Pflanzen unter viel härteren klimatischen Bedingungen einzusetzen oder mit ihnen deutlich effizienter zu produzieren, könnte die Agrarrohstoffhausse gefährdet werden", so Deka-Bank-Volkswirtin Dora Borbély. In naher Zukunft sei das aber unwahrscheinlich.
Hohe Erwartungen an Brasilien
Ein weiteres Argument gegen die Agrarhausse liefert die Deutsche Bank in ihrer ansonsten sehr optimistischen Studie: Schätzungen der Analysten zufolge eignen sich weltweit etwa vier Milliarden Hektar für die Landwirtschaft - von denen 2005 nur 1,6 Milliarden Hektar genutzt wurden. Das größte Potenzial sehen die Experten in Brasilien, dort liegt ein Fünftel der weltweit ungenutzten Agrarfläche.
Ohne Effizienzgewinne und neue Anbaugebiete dürfte der Trend steigender Agrarpreise wohl intakt bleiben. Landwirte können zwar viel schneller auf die Nachfrage reagieren als etwa Industriemetallhersteller, räumt Deka-Volkswirtin Borbély ein. Doch weil die Flächen rar sind, bedeute diese Flexibilität lediglich "Verschiebungen in der Preisentwicklung zwischen verschiedenen Agrarrohstoffen". So haben die US-Landwirte 2007 viel mehr Mais angebaut als 2006 - hatten dafür aber weniger Platz für Sojabohnen.
Jim Rogers gab in Frankfurt nicht nur Journalisten wohlgemeinte Ratschläge, sondern auch den Investmentbankern: "Geben Sie Ihren Job auf. Werden Sie Farmer."