Aktien mit Smart-Grid-Fantasie
Selbst wenn die Euphorie zu groß sein sollte: Das intelligente Stromnetz kommt, und es wird bedeutend sein. Das Potenzial wird auf 30 bis 60 Mrd. $ (20,1 bis 40,3 Mrd. Euro) geschätzt, 10 bis 20 Prozent des Volumens der gesamten Stromübertragung. Eine ganze Reihe von Konzernen hat sich bereits in Stellung gebracht. Bei Cisco Systems wandert der Fokus in der Unternehmensstrategie in Richtung Strom. Wie Cisco will sich auch Siemens am Aufbau der Infrastruktur beteiligen. Die Deutschen haben eine breite Palette an Produkten zu bieten und erwarten sich in den nächsten fünf Jahren Smart-Grid-Umsätze von bis zu 6 Mrd. Euro.
Auch
ABB ist ein Hersteller für Technologien zur Verteilung und Übertragung von Strom und will sich Erlöse in Milliardenhöhe sichern. Da die Produktpalette von ABB Lücken in der IT-Infrastruktur aufweist, arbeiten die Schweizer in diesem Segment mit IBM zusammen. Der IT-Riese lässt sich die Smart-Grid-Chance nicht entgehen und hat ein Projekt namens Smart City ins Leben gerufen. In der US-Stadt Dubuque testen 60.000 Bewohner eine intelligente Energieinfrastruktur. Der Suchmaschinenriese
Google entwickelte eine Software zur Überwachung des Stromverbrauchs. Googles Partner General Electric rechnet allein für das sogenannte Smart Metering - die intelligente, digitale Strommessung - mit einem Umsatz von 3 bis 5 Mrd. $. Exakte und überall abrufbare Stromzählung ist für die Dezentralisierung einer der wichtigsten Grundpfeiler.
Während das intelligente Energienetz für Großkonzerne zu einem wichtigen Standbein werden dürfte, stehen einige kleinere Firmen bereits mit beiden Beinen im Smart-Grid-Geschäft. Bei diesen Aktien sind die Chancen, aber auch die Risiken weit größer. Itron produziert Soft- und Hardware zur Messung, Analyse und zum Management von Energie und Wasser. Die Produkte schlagen etwa Alarm, wenn sich der Energieverbrauch ungewöhnlich stark verändert.
Auf Software zur intelligenten Verwaltung von Strom hat sich Enernoc spezialisiert. Mit den Lösungen werden Spitzenlasten verwaltet und Sparmöglichkeiten aufgedeckt. So dimmen die Enernoc-Programme die Straßenbeleuchtung, um in wichtigeren Bereichen die Versorgung aufrechtzuerhalten. Eine heiße Smart-Grid-Aktie ist auch Echelon. Das noch in roten Zahlen steckende Unternehmen versucht, sein NES-System als Rückgrat des Smart Grid zu positionieren. Die Netzwerksoftware und die Stromzähler sollen den Energieeinsatz optimieren und können mit den verschiedensten Geräten verbunden und über das Internet miteinander vernetzt werden. So soll Energiemanagement im Privathaushalt möglich werden.