An der Kinokasse war der Film "Ich bin Sam" erfolgreich. Die deutschen Investoren sind trotzdem nicht glücklich
Es gab eine Zeit, da dominierten die Deutschen das Geschehen in Hollywood. Ende der 90er-Jahre investierten Tausende Privatanleger rund 14,2 Mrd. Euro in Filmfonds, zu Spitzenzeiten soll jeder fünfte Hollywood-Streifen mit deutschem Geld finanziert worden sein. Damit entstanden Meisterwerke wie "Herr der Ringe", aber auch Fehlbelichtungen wie ein Remake von "Rollerball".
Inzwischen sind die Ereignisse um die Medienfonds einen eigenen Film wert, so vielseitig und abwechslungsreich ist die Geschichte - und so voller Wendungen: Sie handelt von zerplatzten Träumen, von Flops an der Kinokasse und von einem Krieg zwischen dem Fiskus und den Fondsinitiatoren, in dem es um Steuernachforderungen in Millionenhöhe geht.
Das jüngste Kapitel in dem Drama füllt der Initiator Hannover Leasing und dessen Konzernmutter, die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Das Emissionshaus aus Pullach hatte seinerzeit 14 Medienfonds für Privatanleger aufgelegt, für acht von ihnen strich die Betriebsprüfung vor wenigen Wochen rückwirkend alle Steuervorteile, die mit solchen Produkten verbunden waren. Weil den Produktionskosten anfangs kaum Einnahmen gegenüber standen, durften Fondszeichner die Verluste voll geltend machen - wenngleich es inzwischen eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Fiskus und Initiatoren gibt, ob die Schlusszahlung des Lizenznehmers an den Fonds nicht über die gesamte Laufzeit zu verteilen ist.
Anlegern drohen erhebliche Steuernachforderungen