Die Emittenten geschlossener Immobilienfonds wollen vor allem die zahlreichen risikoaversen Anleger ansprechen
Mit sicherheitsorientierten Produkten wollen die Initiatoren den Abwärtstrend beim Fondsabsatz stoppen. 2007 hatten die im Verband der geschlossenen Fonds (VGF) vertretenen Unternehmen noch 4,1 Mrd. Euro Eigenkapital für geschlossene Immobilienfonds einwerben können. Im vergangenen Jahr schrumpfte das Volumen nach VGF-Angaben um 26,1 Prozent auf 3,1 Mrd. Euro, nachdem zunächst die Immobilienmärkte rund um den Globus auf Talfahrt gegangen waren und schließlich die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers die Kapitalmärkte taumeln ließ. 2009 hielten sich die Anleger noch mehr zurück.
In den ersten drei Quartalen dieses Jahres konnten die Initiatoren nur 1,35 Mrd. Euro an Eigenkapital einsammeln. "Die vielen negativen Nachrichten haben dazu geführt, dass Anleger geschlossenen Fonds zurückhaltend gegenüberstehen", sagt Angelika Kunath, Geschäftsführerin des Fondshauses Hamburg.
Vom Preisrückgang an den internationalen Immobilienmärkten werden Zeichner neu aufgelegter Fonds 2010 allenfalls bedingt profitieren. Denn für sichere Fonds kommen ausschließlich Topobjekte mit langfristigen Mietverträgen infrage. "Ideal sind staatliche Mieter oder Energieversorger", sagt Andreas Heibrock, Mitglied der Geschäftsführung des Fondshauses Real I.S. Derartige Immobilien sind allerdings schwer am Markt zu finden. "Eigentümer, die nicht verkaufen müssen, veräußern ihre Objekte nicht zu den aktuell niedrigen Preisen", sagt HGA-Capital-Chef Müller.