Portfolio:Geschlossene Fonds? Mit Sicherheit böse!
Eigentlich sind sie der Inbegriff von Seriösität. Geht es aber um Geldanlagen, mutieren Verbraucherschützer schon mal zu Populisten. von Renate Daum
Vorgelegt hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im vergangenen Jahr mit ihrem Finanzhaivideo für das beliebte Portal Youtube. Im Stil alter Schwarz-Weiß-Stummfilme mit Klavierbegleitung klingelt darin ein junges Paar auf der Suche nach einem sicheren Altersvorsorgeprodukt beim Finanzberater F. Hai. Der smarte Finanzberater schwatzt ihnen aber ein Produkt auf, das auf jedem Fall ihm viel bringt, nämlich hohe Provisionen.
Wenig später legte die Verbraucherzentrale Hamburg nach. Das Lachen verging dabei aber allen, die sich an den witzigen Einfällen des heillos überzeichneten Finanzhais erfreut hatten. Bei ihrem Ampelcheck Geldanlage teilten die Hanseaten die Anlagewelt in drei Kategorien ein. Für Feinheiten blieb kein Platz. Lebensversicherungen etwa verwarfen die Norddeutschen in Bausch und Bogen als ungeeignet für die Altersvorsorge.
Im Vergleich dazu geht die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geradezu subtil vor. In ihrem Ratgeber "Geldanlage ganz konkret" unterscheidet sie Anlageprodukte sachlich nach verschiedenen Risikoklassen. Zertifikate gelten dabei nicht einmal ausschließlich als Teufelszeug. Nur "undurchschaubare Zertifikate" landen im Kapitel "Nachteilige Anlageprodukte" ebenso wie betrügerische Maschen - und geschlossene Fonds. Es gebe zwar "seriöse und solide kalkulierte Angebote", aber in dem "unübersichtlichen Markt" sei die Gefahr groß, "einem unseriösen Initiator auf den Leim" zu gehen, ist als einzige positive Feststellung über geschlossene Fonds zu lesen.
Für Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des Verbands Geschlossene Fonds (VGF), ist es "unverständlich, wieso geschlossene Fonds ausschließlich nachteilig sein sollen". Vielen Privatanlegern, deren Beteiligungen an Containerschiffen oder Bürotürmen jahrelang ordentliche Ausschüttungen abwarfen, dürfte es sicher ebenso gehen.
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