Anleger, die zusätzlich zu Aktien auch in Bundesanleihen und Flugzeugfonds investieren, kommen gelegentlich besser durch turbulente Kapitalmarktphasen. Das ist zumindest das Ergebnis einer Studie des Analysehauses Fondsmedia. Danach erbrachte ein reines Aktienportfolio aus den Indizes DAX, Euro Stoxx 50 und S&P 500 von 2006 bis 2010 nur eine durchschnittliche Jahresrendite von 3,3 Prozent. "Hingegen hätte sich mit einer gleich gewichteten Streuung des Kapitals in dieselben Aktienindizes sowie in deutsche Staatsanleihen und Flugzeugfonds im selben Zeitraum ein jährlicher Kapitalstrom von 6,5 Prozent des investierten Geldes erzielen lassen", sagt Fondsmedia-Geschäftsführer Peter Kastell.
Dabei wurden die herben Kursverluste bei den Aktien Ende 2008 durch Jahresrenditen von durchschnittlich 4,5 Prozent beim deutschen Anleiheindex Rex und von mittleren Jahresausschüttungen von 6,8 Prozent des in Flugzeugfonds investierten Anlegerkapitals mehr als ausgeglichen. Flugzeugfonds erwerben Passagier- oder Transportmaschinen nach fester Absprache mit Airlines. Diese verpflichten sich, die Flugzeuge für mindestens zehn Jahre zu einem fest vereinbarten Betrag pro Jahr zu leasen. Damit unterscheiden sich die Beteiligungsmodelle von Schiffsfonds, die ihre Frachter und Tanker zum Teil nur mit kurzfristigen oder variablen Charterverträgen Reedereien zur Verfügung stellen. Zahlreiche maritime Beteiligungsmodelle bekamen Probleme, als die Charterraten wegen der globalen Rezession 2009 einbrachen.
Hinzu kommt ein weiterer Unterschied: "Zahlreiche Schiffe waren in Erwartung eines massiven wachsenden Welthandels spekulativ geordert worden", sagt Kastell. Deshalb sind seit 2008 deutlich mehr Frachter und Tanker vom Stapel gelaufen, als jetzt am Markt benötigt werden. Derartige Exzesse habe es im Luftfahrtsegment nicht gegeben, sagt Kastell. "Airlines planen auf Jahre hinaus exakt ihren Flugzeugpark, sodass es in dieser Branche keine Spielräume für spekulative Orders gibt."
Die von den Flugzeugfonds generierten Ausschüttungen stellen aber keine echte Rendite dar. Von den seit 2006 aufgelegten Beteiligungsmodellen wurde noch keines aufgelöst. Sollten die Maschinen am Ende der Laufzeit nicht zu den erwarteten Preisen veräußert werden können, müssten Anleger möglicherweise einen Teil der Ausschüttungen zur Deckung von Bankdarlehen zurückzahlen. "Danach sieht es aber nicht aus", so Kastell. Die Preise am Markt für Gebrauchtmaschinen hätten sich bislang so entwickelt wie von den Initiatoren prognostiziert. Allerdings sind Flugzeugfonds nicht risikolos, wie die Insolvenz der Airline Hamburg International 2010 zeigte. Sie hatte Maschinen von vier Fonds angemietet. Diese konnten zwar an andere Airlines verleast werden, allerdings zu zum Teil deutlich niedrigeren Raten.