Pflegebedürftige in Deutschland, in Mio. (ab 2009 Prognose)
Aktive Pflegefondsanbieter gibt es derzeit wenige. Die aber glauben an nachhaltig gute Perspektiven der Fonds und führen dafür nicht nur die Demografie als Argument ins Feld. Thomas Roth, Vorstand der seit Langem auf Pflegeheime spezialisierten Immac aus Hamburg: "Wesentlich für uns sind Pachtverträge, die Betreiber wirtschaftlich nicht überfordern. Die Heime müssen der Nachfrage vor Ort entsprechen und sich im Konkurrenzumfeld behaupten können."
Das sieht Martin Brieler aus der Geschäftsleitung des Münchner Emissionshauses ILG ähnlich und ergänzt: "Mit Einführung der Pflegeversicherung Mitte der 90er-Jahre begann eine neue Ära. Seitdem haben sich der gesetzliche Rahmen, die Qualitätsmaßstäbe und die Kontrollmechanismen fundamental geändert." Auch HGA Capital, eine HSH-Nordbank-Tochter, glaubt an den Markt. "Pflegeheime haben großes Potenzial, vor allem aufgrund der langfristig stabilen Einnahmen und der wachsenden Nachfrage", sagt HGA-Geschäftsführer Lutz von Stryk. Hinsichtlich der Standorte sind sich die Initiatoren weitgehend einig. Rund um nachhaltig zuzugsstarke Ballungsräume sollte sich die Standortwahl konzentrieren.
Auch externe Marktbeobachter teilen die grundsätzlich guten Perspektiven für selektiv ausgewählte und gut betriebene Pflegeheime, differenzieren aber naturgemäß stärker. Experte Tavridis: "Wichtig ist unter anderem der Mikrostandort. Die Nähe etwa zu Krankenhäusern ist gut. Zu beachten ist auch das teilweise Überangebot an Pflegeimmobilien." Die Fonds seien kein Investment für jedermann. Anleger sollten auf eine risikoadäquate Verzinsung Wert legen, so Tavridis. Und Tobias Just von DB Research, der eine umfangreiche Studie zu Pflegeimmobilien erstellt hat, ergänzt: "Der demografische Wandel allein ist keine Garantie, dass jedes Pflegeheim ein Erfolg wird. Der hängt von sehr vielen Faktoren ab, auch von der Politik hinsichtlich der künftigen Finanzierung der Pflegeversicherung."