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Merken   Drucken   16.04.2008, 11:09 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Postbank setzt auf Risiko

Die Postbank bietet als erstes großes deutsches Privatkundeninstitut riskante Differenzkontrakte an. Damit versucht die Bank, ihren gemessen an der Kundenzahl mageren Provisionsüberschuss zu steigern und so ihre Abhängigkeit vom Kapitalmarkt zu reduzieren. von Christine Mai
Allerdings räumt die Postbank  selbst ein, dass nur ein geringer Teil ihrer bestehenden Brokerage-Kunden für das Produkt infrage komme. "Nicht allzu viele unserer Kunden werden sich angesprochen fühlen", sagte ein Sprecher. Unter risikoaffinen Kunden sei die Nachfrage nach Differenzkontrakten aber groß, deshalb habe sich die Bank entschlossen, sie anzubieten. Auch neue Kunden sollen mit dem Produkt angelockt werden.
Bei den sogenannten Contracts for Difference (CFDs) investieren Anleger nicht direkt in Aktien oder etwa Rohstoffzertifikate. Vielmehr spekulieren sie auf die Entwicklung von Börsenwerten, ohne sie zu besitzen. CFDs waren in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Großbritannien erfunden worden, um die Stempelsteuer zu umgehen. Lange nutzten nur institutionelle Anleger dieses Produkt.
Kursinformationen und Charts
  Postbank 29,57 EUR  [0.095 +0,32%
Der Kapitaleinsatz ist relativ gering: Der Anleger hinterlegt lediglich eine Sicherheitseinlage (Margin). Diese bestimmt den Hebel des CFD. Eine Margin von zehn Prozent des Investitionsvolumens beispielsweise führt zu einem Hebel von zehn. Bei einer Margin von fünf Prozent liegt der Hebel bei 20.
Diese Hebeleffekte ermöglichen überdurchschnittliche Renditen, können jedoch auch zu erheblichen Verlusten führen. Anlegerschützer empfehlen die spekulativen Geschäfte daher nur erfahrenen Anlegern.
Begrenztes Risiko
Die Postbank bietet zunächst nur Differenzkontrakte mit begrenztem Risiko an. So besteht keine Nachschusspflicht; das Verlustrisiko des Kunden ist auf das eingesetzte Kapital beschränkt. Entwickelt sich die Marktsituation ungünstig, wird das CFD-Konto automatisch liquidiert. Nach Angaben des Sprechers will die Postbank die Reaktion der Kunden auf diese ersten CFDs abwarten, bevor sie auch Produkte mit höherem Risiko anbietet.
Mit rund 15 Millionen Klienten ist die Postbank zwar das Einzelinstitut mit den meisten Kunden in Deutschland. Dafür macht das Institut aber relativ wenig Provisionsüberschuss. Hier schlagen sich Einnahmen etwa aus dem Verkauf von Fonds an die Kunden nieder.
Im vergangenen Jahr sank der Provisionsüberschuss im Privatkundengeschäft sogar leicht. Nur vierzig Prozent der Postbank-Kunden nutzen drei oder mehr Produkte des Instituts. Über die Hälfte des Vorsteuergewinns erwirtschaftet das Geldhaus hingegen damit, dass es die Kundeneinlagen gewinnbringend an den internationalen Finanzmärkten anlegt.
Auf Kundenfang
Risiko Über ihren Kooperationspartner City Index bietet die Postbank Privatkunden riskante Differenzkontrakte (Contracts for Difference, CFDs) an: 350 auf Aktien, 12 auf Indizes und 3 auf die Rohstoffe Gold, Silber und Öl. Das Angebot schwankt allerdings tagesaktuell. Die Mindesteinlage liegt bei einem CFD. Die Gebühren hängen von der Einlagesumme ab und beginnen bei 6,66 Euro.
Schutz Eine Nachschusspflicht besteht nicht. Bei einer ungünstigen Marktentwicklung werden CFD-Konten automatisch liquidiert.
11:07:58 Kursinformationen und Charts
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Postbank 29,57 EUR   +0,32%  0.095
  • Aus der FTD vom 16.04.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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