Es kommen neue Angebote auf den Markt, überwiegend von Private-Equity-Spezialisten, die nicht auf andere Segmente ausweichen können, aber auch von Newcomern. Mit den bekannten breit diversifizierten Dachfonds haben sie meist kaum etwas gemein, en vogue scheinen eher Exoten zu sein.
In der Tat bieten einzelne Segmente wie Venture-Capital und sogenannte Spezialsituationen große Chancen in der Krise. Auch Investitionen in "gebrauchte" Unternehmensbeteiligungen könnten zu den Profiteuren zählen, meint Uwe Fleischhauer, Geschäftsführer von FHP Equity Consultants: "Die Abschläge am Sekundärmarkt haben sich inzwischen den Vorstellungen der Käufer angepasst, die Bewertungen sind deutlich gesunken."
Für Anleger ist allerdings nicht nur der große Trend entscheidend, sondern auch die konkrete Umsetzung. Bei einigen Angeboten, etwa der Finanzierung eines obskuren Aktivparks in Spanien, ist schon die Prospektqualität so fragwürdig, dass die wenigsten Anleger dafür ihr Geld geben dürften. Schwieriger ist die Beurteilung professionell aufgemachter Angebote.
Pflicht ist ein genaues Prospektstudium. Nur so können Anleger etwa herausfinden, ob die vorgestellten Projekte nur unverbindliche Beispiele sind oder bereits vertraglich gesicherte Investitionen. Wichtig ist außerdem, ob das Fondsmanagement nur Zielfonds zeichnet oder junge Unternehmen begleiten will, was viel mehr einschlägige Erfahrung voraussetzt.
Ein enger Branchenfokus wie beim Prosperity Finance Select I, der sich auf Finanzvertriebe und -dienstleister konzentriert, und beim Klima Rendite Fonds 1, dessen Fokus auf Fotovoltaik liegt, stellt einerseits weniger Anforderungen an die Kompetenzbreite des Managements, baut andererseits jedoch ein Klumpenrisiko auf. Die einseitige Ausrichtung auf eine einzige Branche kettet den wirtschaftlichen Erfolg auf Gedeih und Verderb an einen Sektor. Ein solches Investment ist bestenfalls in einem bereits außerordentlich breit aufgestellten Portfolio zu verantworten.
Wenig durchdacht wirkt in manchen Fällen die steuerliche Gestaltung: Wenn sich ein direktinvestierender Fonds als vermögensverwaltend konstituiert, kann er kaum Einfluss auf die Portfoliofirmen nehmen. Ob die jeweilige Konzeption zum geplanten Investitionsfokus passt, ob die Schlüsselpersonen auch tatsächlich das Zeug dazu haben, sich im Markt erfolgreich durchzusetzen - mit solchen Fragen müssen Anleger ihre Finanzberater löchern. Nachzuhaken lohnt es sich auch bei der Höhe der Provision. Deren Höhe steht bisweilen nämlich in umgekehrtem Verhältnis zur Qualität des Produkts.