Farmer setzen verstärkt auf Mais
Vor allem dem Maispreis trauen Experten noch einen kräftigen Anstieg zu. Zum einen verhindern die jüngsten Regenfälle im Mittleren Westen der USA - das Land ist der größte Maisproduzent der Welt - die Aussaat. Angaben des Crop Progress Report zufolge wurden bislang 22 Prozent angepflanzt, während der Fünfjahresdurchschnitt einen Wert von 28 Prozent aufweist.
Zudem hat das US-Landwirtschaftsministerium aufgrund geringerer Anbauflächen die Prognose für die Maisernte für 2009 gesenkt. Statt knapp 12,4 Milliarden Scheffel (ein Scheffel sind rund 27 Kilogramm) werden nun nur noch 12,09 Milliarden Scheffel erwartet.
Ein Grund ist, dass viele Farmer Sojabohnen statt Mais anpflanzen. Soja erfordert einen geringeren Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln, die Bauern in der Regel über Kredite finanzieren. "Viele Farmer bekommen nach wie vor keine neuen Kredite. Kostenintensivere Getreidearten werden dementsprechend weniger angepflanzt", erklärt Weinberg.
Die Tatsache, dass Mais Basislieferant für Bioethanol ist, birgt zusätzliche Kurschancen. Zumal in den USA derzeit eine Diskussion darüber geführt wird, den Anteil von Bioethanol in Kraftstoffen von 10 auf 15 Prozent zu erhöhen. "Neben dem weltweit steigenden Nahrungsmittelbedarf forciert das die Verknappungstendenzen bei Mais", sagt Manfred Wolter, Rohstoffexperte bei der LBBW.