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  FTD-Serie: Vorsorgen für einen langen Lebensabend

Früher war der Ruhestand die kurze Zeit zwischen Arbeitsphase und Tod. Heute wird das Alter immer mehr zu einem langen Lebensabschnitt, von dem Menschen viel erwarten. Sie wollen etwas erleben und Versäumtes nachholen. Anders als vorhergehende Generationen werden die künftigen Ruheständler nicht mehr mit dem zufrieden sein, was die gesetzlichen Rentenkassen ausschütten. Wer im Alter nicht darben will, muss vorsorgen.

Merken   Drucken   15.04.2008, 19:00 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Vorsorge auf einen Schlag

Immer mehr Kunden ziehen die private Altersvorsorge mit Zahlung eines hohen Einmalbeitrags den herkömmlichen Policen mit laufenden Prämien vor. Die Versicherer reagieren auf diesen Trend und bieten Verträge an, in denen sie Sicherheit des Kapitals und Renditechancen kombinieren. von Anja Krüger
Bei den sogenannten Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag zahlt der Kunde nicht über einen längeren Zeitraum eine jährliche oder monatliche Prämie, sondern einen großen Betrag auf einen Schlag. Dafür erhält er sofort oder viele Jahre später eine Rente. "Es gibt einen Trend zu Rentenversicherungen mit Einmalbeiträgen", bestätigt ein Sprecher der Allianz Leben. Der Marktführer nahm 2007 durch Einmalbeiträge 1,4 Mrd. Euro ein, 2005 waren es noch 900 Mio. Euro.
Auch bei kleineren Versicherern wie Canada Life wächst dieses Geschäftsfeld stark. Canada Life erzielt bereits mehr als die Hälfte seiner Prämieneinnahmen mit diesen Verträgen. Im Schnitt investieren Kunden 50.000 Euro in einen Vertrag, sagt Bernhard Rapp, Direktor Produktmanagement und Marketing bei Canada Life. "Immer mehr Kunden werden sich dafür entscheiden", ist er überzeugt.
Die Verträge sind steuerlich interessant, von der neuen Abgeltungsteuer sind sie nicht betroffen. Außerdem wollen Kunden das Problem Altersvorsorge zunehmend im mittleren Lebensalter lösen und investieren höhere Beträge, etwa aus einer Erbschaft, sagt Rapp.
Kunden können bei den Einmalbeitragsverträgen wie bei anderen Rentenversicherungen zwischen klassischen und fondsgebundenen Varianten wählen. Große Anbieter wie Allianz Leben oder Aachen-Münchener und kleine wie Canada Life verbinden Elemente beider Varianten. Bei klassischen Verträgen sagt der Versicherer eine Mindestverzinsung von zurzeit 2,25 Prozent auf den Sparanteil des Beitrags zu, hinzu kommt die variable Überschussbeteiligung. Bei fondsgebundenen Varianten gibt es keine Garantie, dafür sind die Renditechancen größer. Über Gebühren und Provisionen verdienen Fondshäuser und Versicherer - anders als die Kunden - auch dann, wenn der Fonds schlecht läuft. Bei Dachfonds werden mehrfach Gebühren fällig, die die Rendite schnell auffressen.
Mindestens 20.000 Euro
Canada Life zielt mit seinen Einmalbeitragsangeboten auf Anleger in mittleren Jahren. Die Gesellschaft hat eine spezielle Einmalbeitragspolice entwickelt. Der Kunde kann sein Geld auf maximal 10 von 20 verschiedenen Investmentfonds verteilen. Er muss mindestens 20.000 Euro investieren. "Auf das Geld hat der Kunde jederzeit Zugriff", sagt Rapp. Allerdings muss er zwischen 5 Euro und 3 Euro Entnahmegebühren entrichten, wenn er in den ersten fünf Jahren mehr als zehn Prozent seines Kapitals abruft. Schließt ein 40-jähriger Mann einen Vertrag mit einem Einmalbeitrag von 50.000 Euro, bekommt er bei einer Wertentwicklung von sechs Prozent im Jahr ab dem Alter von 65 eine monatliche lebenslange Rente in Höhe von 936 Euro, wenn in der Auszahlungsphase das Kapital mit 4,5 Prozent verzinst wird. Bei Vertragsabschluss zahlt der Kunde fünf Prozent des Einmalbetrags für Kosten und jährlich im Schnitt 1,5 Prozent des Vertragswerts an Gebühren.
Weniger flexibel ist die Verfügbarkeit des Kapitals bei Verträgen nach angelsächsischem Modell. Hier fließen die Beiträge ausschließlich in den hauseigenen Fonds Generation UWP-Fonds I, den die Schwestergesellschaft Setanta Asset Management in Dublin verwaltet. "Wir unterlegen diese Verträge mit einer Garantie von 1,5 Prozent", sagt Rapp. Beim Mischmodell kann der Kunde bis zu 10 von 20 Investmentfonds auswählen. Zusätzlich kann er sich für einen Garantiefonds entscheiden, den Canada Life gemeinsam mit der Bank JP Morgan auflegt. Zahlt der Kunde statt eines Einmalbeitrags laufende Prämien, kann er auch den Generation UWP-Fonds I wählen. Er garantiert 100 Prozent Kapitalerhalt am Ende der Vertragslaufzeit.
Der Bochumer Versicherungsmakler Hans-Ludger Sandkühler ist davon überzeugt, dass sich Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag vor allem für ältere Leute lohnen. "Man muss sich darüber im Klaren sein: Garantien kosten Geld", sagt er. Legen jüngere Kunden ihr Geld nicht bei einem Versicherer an, können sie mehr Rendite erzielen und sich später eine Rente mit Sofortzahlung kaufen.
Für ältere Kunden attraktiv sind Rürup-Renten gegen Einmalbeitrag. Die Beiträge können Kunden bis zu Prämien in Höhe von 40.000 Euro in jährlich wachsenden Anteilen steuerlich geltend machen. Die Vorteile seien aber nicht so groß, wie es zunächst scheinen mag, warnt Sandkühler. "Jeder sollte individuell ausrechnen, ob sich das lohnt oder ob es ein Nullsummenspiel ist." Denn bei der Rentenauszahlung werden Steuern fällig. "Gerade für Vermögende rechnet sich das möglicherweise nicht." Große Sprünge sind mit der Rürup-Rente allein nicht zu machen. Kauft ein 60-Jähriger beim Marktführer Allianz für 40.000 Euro eine Rürup-Rente mit Sofortauszahlung, erhält er bei der klassischen Variante inklusive Überschussanteil 191,34 Euro im Monat. Bei Ableben bekommt die Witwe lebenslang diesen Betrag.
Auf die Rendite achten
Abschlusskosten Versicherer gehen davon aus, dass der Trend zu Rentenpolicen gegen einen einmaligen Beitrag anstelle laufender Prämie zunimmt. Kunden sollten beim Abschluss solcher Verträge darauf achten, dass der Anbieter die Abschlusskosten auf fünf Jahre streckt und nicht sofort zu Beginn abzieht. Je geringer das Kapital beim Start des Vertrags, desto geringer fällt auch die Rendite aus.
  • FTD.de, 15.04.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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