Merken
Drucken
17.06.2009, 07:00
Schriftgröße: AAA
Portfolio:
Wasser marsch an den Börsen!
Die Welt hat die Zeichen der Zeit erkannt und investiert Milliarden in die Ökobranche. Allein die Chinesen pumpen 440 Mrd. $ bis 2020 in regenerative Energien. Der Trend geht an den Kapitalmärkten nicht spurlos vorüber. Auch Wasser wird zum Handelsobjekt.
von Christian Ingerl
Auch in den USA steht die Förderung von Wind- und Solarkraft seit der Ära
Barack Obama an vorderster Stelle. Und Wasser? Von dem wichtigsten Gut der Menschheit spricht kaum jemand. Die Bemühungen, den großen Durst zu stillen, laufen aber längst auf Hochtouren.
Denn eines ist klar: Ohne eine ausreichende Wasserversorgung ist ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum nicht möglich. "Die größte Gefahr für die stockende Weltwirtschaft bildet nicht die Kreditkrise, sondern vielmehr die Tatsache, dass Grundbedürfnisse langfristig nicht mehr befriedigt werden können", sagt Burkhard Varnholt, Anlagestratege der Bank Sarasin. Und das kühle Nass spielt dabei eine zentrale Rolle. "Wasser ist der limitierende Faktor der globalen Nahrungsmittelproduktion. Die Agrarwirtschaft verschlingt 70 Prozent der weltweiten Wasserreserven", warnt der Experte.
Die Regierung in Peking bemüht sich daher mit Hochdruck um die wichtigste Ressource des Landes. Nach Berechnungen des World Wildlife Fund (WWF) sind derzeit 250 Millionen Bewohner ländlicher Regionen von Wasserknappheit betroffen, und etwa 60 Prozent der 661 chinesischen Städte verzeichneten einen saisonalen Mangel. Rund 54 Mrd. $ nimmt der Staat zwischen 2006 und 2010 in die Hand, um die Wasserversorgung und Abwasserbehandlung zu verbessern.
Steckbrief
Auch hierzulande wird kräftig in sauberes H2O investiert. Für 2009 prognostiziert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft Gesamtinvestitionen der Wasserversorgungsunternehmen in Höhe von 2 Mrd. Euro.
An der Börse ist der Wassersektor an Hype-Themen wie Solar- und Windenergie still und heimlich vorbeigezogen. Ein Vergleich: Der breit gefasste Solarindex Solex der
Société Générale (SocGen) liegt auf Sicht von einem Jahr immer noch mehr als 50 Prozent in den Miesen. Das Pendant aus der Wasserbranche Wowax ist dagegen deutlich stabiler durch die Krise gekommen und weist "nur" noch einen Verlust von rund 20 Prozent auf.
Das Potenzial dieses nicht direkt handelbaren Rohstoffs ist der Investmentbranche also nicht verborgen geblieben. Mittlerweile bieten die Banken eine Vielzahl an Wasserzertifikaten an. Neben einem Open-End-Papier der Société Générale hat auch die Royal Bank of Scotland (RBS) einen vergleichbaren Tracker im Angebot.
Teil 2: Ordentliche Rendite möglich
-
Aus der FTD vom 17.06.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
Bookmarken
Drucken
Senden
Leserbrief schreiben
Fehler melden