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09.11.2009, 09:17
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Zum Teufel mit der Geldentwertung
Die Furcht vor einer massiven Geldentwertung verunsichert Anleger. Schutz vor ausufernden Teuerungsraten versprechen inflationsindexierte Anleihen. Doch die fristen ein Schattendasein. FTD.de zeigt, wann sich ein Engagement gegen den Trend lohnt.
von Sebastian Ertinger
Inflationsindexierten Anleihen notieren auf niedrigen Niveaus, während Investoren Zuflucht im Gold suchen und dessen Kurs auf neue Rekorde treiben. Ein Engagement gegen den Trend kann sich jedoch lohnen.
Die eklatante Angst vor steigenden Inflationsraten entspringt der Krisenstrategie der Notenbanken. Rund um den Globus pumpen sie massiv Geld in das Finanzsystem, um den Konjunktureinbruch abzumildern. Kommt die Weltwirtschaft wieder in Schwung und schaffen es die Zentralbanken nicht, die Liquidität abzuschöpfen, drohen die Inflationsraten in die Höhe zu schnellen.
Fonds mit inflationsindexierten Bonds bieten Schutz vor der Teuerung
Die Besorgnis über eine Wiederkehr der Inflation erachten einige Experten durchaus für begründet, auch wenn sich viele Volkswirtschaften noch in einem deflationären Umfeld bewegen. Für die gesamte Euro-Zone gehen die Schätzungen noch von einer Rate von minus 0,1 Prozent aus. Zahlreiche Staaten, von den USA über Großbritannien bis hin zu Deutschland, haben mit ihren Konjunkturprogrammen ihre Verschuldung dramatisch ansteigen lassen. "Die Verlockung für die Regierungen ist groß, einfach die Inflationsrate ansteigen zu lassen und damit die Schuldenlast zu reduzieren", sagt Philippe Taffin, Leiter für Rentenprodukte bei Crédit Agricole Asset Management (CAAM).
Andererseits deutet wenig darauf hin, dass die Notenbanken die geldpolitischen Zügel unkontrolliert locker lassen. "Die Europäische Zentralbank wird die Liquidität langsam abfließen lassen, soweit es die Märkte erlauben", meint Marco Annunziata, Chefvolkswirt von Unicredit. Ob es den Notenbanken tatsächlich gelingt, der überbordenden Liquidität rechtzeitig Herr zu werden, ist allerdings unklar. "Diese Ungewissheit erhöht das Risiko, was wiederum eine höhere Schwankungsanfälligkeit am Markt bedeutet", sagt Taffin.
Steigende Inflationsraten treffen Besitzer festverzinslicher Anleihen hart. Denn ihr Zinsertrag ist mit dem Kauf des Bonds fix eingebucht und verringert sich real, wenn die Inflation steigt. "Angesichts dieser Risiken sollten Investoren eigentlich höhere Aufschläge für Staatsanleihen verlangen", meint Rentenexperte Taffin. "Das tun sie aber derzeit nicht." Die Rendite von Bonds solider Emittenten wie Deutschland verharrt auf historischen Tiefständen. Fünfjährige Bundesanleihen bringen aktuell rund 2,3 Prozent.
Teil 2: Wann sich Linker lohnen
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Aus der FTD vom 09.11.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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