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Merken   Drucken   16.03.2010, 10:23 Schriftgröße: AAA

Privatanleger am Währungsmarkt: Risiko heißt die Devise

Internetbroker bieten Anlegern Zugang zum Währungsmarkt. Die Geschäfte eignen sich nur für nervenstarke Spekulanten. FTD.de zeigt Plattformen im Netz, die einen direkten Draht zum Devisenmarkt bieten. von Karsten Röbisch 
Auf den ersten Blick wirkt der Devisenmarkt öde. Während Aktienkurse an nur einem Tag um mehr als zehn Prozent schwanken können, verändert sich der Wert von Währungen nur langsam. Für Spekulanten bietet der Markt dennoch den größeren Kick: Da sich die Einsätze enorm hebeln lassen, reichen winzige Kursänderungen aus, um das Geld innerhalb weniger Stunden zu verdoppeln - oder komplett zu verspielen.
Seit einiger Zeit haben auch Privatanleger Zutritt zu diesem Kasino. Plattformen im Internet bieten den direkten Draht zum Devisenmarkt - mit Echtzeitkursen und automatisierten Systemen. Den Anfang machte 2001 die FXdirekt Bank, inzwischen kamen ein rundes Dutzend Broker dazu.
Online können Kleinanleger Euro oder Dollar wie im Kaufladen erwerben   Online können Kleinanleger Euro oder Dollar wie im Kaufladen erwerben
"Im Grunde gibt es drei Typen von Kunden", sagt Patrick Hahn von X-Trade Brokers. Zu den Anlegern, die Fremdwährungspositionen absichern wollten, gesellten sich Investoren, die gezielt Währungsgewinne im Blick haben. Die dritte Gruppe bildeten die Daytrader, die mit großen Hebeln spekulierten. Letztere, räumt Hahn ein, bildeten auch die größte Gruppe.
Die Anbieter machen es den Zockern leicht. Die kleinste Kontraktgröße im Devisenhandel liegt üblicherweise bei 100.000 Einheiten der Basiswährung - im Fachjargon ein Lot genannt. Kleinanleger können schon mit 0,1 Lot zocken. Wer etwa mit Euro handelt, kauft einen Kontrakt im Wert von 10.000 Euro. Investieren muss der Anleger je nach Hebel aber nur einen Bruchteil. "Je größer der Hebel, desto höher ist das Risiko", sagt Hahn.
Verändert sich der Wechselkurs zuungunsten des Anlegers, hat er kaum Gelegenheit, die Verluste auszusitzen, bevor seine Position liquidiert wird. Ein Beispiel: Ein Anleger kauft einen Kontrakt im Wert von 100.000 Euro, investiert aber nur 1000 Euro. Der Hebel beträgt also 1 zu 100. Das Eigenkapital dient als Sicherheit (Margin), die darüber bestimmt, wann die Position liquidiert wird. Verliert der Kontrakt auch nur ein Prozent an Wert, hat der Anleger bereits seinen Einsatz komplett verspielt.
Ausgewählte Broker im Vergleich   Ausgewählte Broker im Vergleich
Dass Währungsgeschäfte riskant sind, verhehlen die Broker nicht. "Der Devisenhandel, wie wir ihn anbieten, hat eher einen kurzfristigen Charakter", sagt Torsten Berse, Marketingchef der FXdirekt Bank. Das Unternehmen sei aber daran interessiert, dass die Kunden verantwortungsbewusst handeln. Ohnehin wollen die Anbieter den Eindruck vermeiden, Anleger zum Glücksspiel zu verleiten. "Wir empfehlen den Kunden dringend, Stop-Loss-Order zu setzen", sagt Hahn. Zudem bieten fast alle Broker Demokonten an, bei denen Kunden den Devisenhandel mit Spielgeld kennenlernen sollen.

Teil 2: Was zum Service gehört

  • Aus der FTD vom 16.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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