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  FTD-Serie: Sorge um die Altersvorsorge

Die Wirtschaft mag schrumpfen, die Lebenserwartung der Menschen nicht. Auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist die finanzielle Vorsorge für den Ruhestand wichtig. Der Staat fördert mit Zulagen und Steuervorteilen viele Anlagen für die Altersvorsorge. Doch welche Verträge sind wirklich krisenfest und welche kann der Sturm an den Kapitalmärkten davonwehen? Und wer verdient daran wirklich?

Merken   Drucken   19.04.2009, 09:00 Schriftgröße: AAA

Private Altersvorsorge: Fehler beim Abschluss kosten viel Rente

Die Anbieter von Rürup- und Riester-Renten tun gern so, als wären sie die Wohlfahrt. Aber die Branche verdient viel Geld mit der Altersvorsorge - und der Angst vor der Altersarmut. von Anja Krüger
Wankelmütigkeit bei der privaten Altersvorsorge kommt Verbraucher teuer. Wer ein Polster für den Ruhestand aufbauen will, sollte nichts überstürzt entscheiden, sondern akribisch und kritisch alle Möglichkeiten von der Riester-Rente bis zur Investition in eine Wohnimmobilie prüfen.
"Die Auswahl der Altervorsorge ist eine echte Lebensentscheidung", sagt der Berliner Finanzplaner Ulf Niklas. Entscheiden sich Kunden nach einigen Jahren für etwas anderes, kündigen sie etwa die private Rentenversicherung, müssen sie fast immer mit herben Verlusten rechnen.
Niklas gehört zu der noch relativ seltenen Spezis der Honorarberater. Diese Fachleute, von denen es erst wenige Hundert in Deutschland gibt, dürfen Klienten nur beraten. Anders als Versicherungsvertretern und -maklern ist es ihnen nicht erlaubt, Verbrauchern Verträge zu verkaufen. Deshalb müssen Kunden für den Termin beim Honorarberater zahlen. Niklas nimmt rund 110 Euro pro Stunde - und eine ausgiebige Expertise braucht durchaus einige Stunden. Unabhängige Beratung bieten auch Institutionen wie Verbraucherzentralen an.
Hohe Provisionen
Auch den Vermittler müssen Kunden bezahlen. Aber das ist vielen nicht klar, weil sie es indirekt tun. Steckt ein Kunde über 30 Jahre jeden Monat 200 Euro in die Altersvorsorge, bekommt der Vermittler im Schnitt um die 3000 Euro. Ist die Investition des Verbrauchers höher, steigt auch die Provision.
Nach einer Studie des Hamburger Analysehauses CapQM gaben Anleger in Deutschland im Jahr 2007 allein für Abschlusskosten von Lebens- und Rentenversicherungen 7,8 Mrd. Euro aus. Andere private Investitionen in den Vermögensausbau sind allerdings auch teuer: Die Ausgabeaufschläge für Aktien-, Renten- und Mischfonds lagen der Studie zufolge bei 3,4 Mrd. Euro, die Verwaltungskosten für diese Anlagen bei 5,8 Mrd. Euro.
Der Gesetzgeber hat im Bundesrat die Informationsrechte gestärkt   Der Gesetzgeber hat im Bundesrat die Informationsrechte gestärkt
Damit Kunden nachvollziehen können, was von ihrem Geld in andere Taschen fließt, hat der Gesetzgeber ihre Informationsrechte gestärkt. Vermittler von Versicherungen müssen gegenüber neuen Kunden ihren Status offenlegen, also sagen, ob sie wirklich Berater, Vertreter oder Makler sind. Vertreter sind im Auftrag und Interesse des Unternehmens tätig, für das sie arbeiten, und müssen Kunden keine verschiedenen Angebote vorlegen. Makler dagegen sind laut Gesetz Sachwalter ihrer Klienten.
Das Problem: Der Status allein sagt nichts über die tatsächlichen Fähigkeiten und Motive des Experten auf der anderen Seite des Schreibtischs. Nicht alle Vertreter wollen nur viel verkaufen. Aber Kunden sollten ihren Hintergrund kennen und sie darauf ansprechen, wenn sie Interessenkollisionen fürchten.

Teil 2: Kostenvergleich ist schwer

  • FTD.de, 19.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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