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  FTD-Serie: Vorsorgen für einen langen Lebensabend

Früher war der Ruhestand die kurze Zeit zwischen Arbeitsphase und Tod. Heute wird das Alter immer mehr zu einem langen Lebensabschnitt, von dem Menschen viel erwarten. Sie wollen etwas erleben und Versäumtes nachholen. Anders als vorhergehende Generationen werden die künftigen Ruheständler nicht mehr mit dem zufrieden sein, was die gesetzlichen Rentenkassen ausschütten. Wer im Alter nicht darben will, muss vorsorgen.

Merken   Drucken   30.06.2008, 12:00 Schriftgröße: AAA

Private Rentenversicherung: Altersvorsorge für Spätentschlossene

Die biologische Uhr tickt unerbittlich. Viele glauben, dass es irgendwann zu spät ist für die private Altersvorsorge. Doch das stimmt nicht. Es gibt gute Strategien, mit denen Ältere ihren Lebensstandard sichern können. von Patrick Hagen
Der Name ist Programm: Wer beim Finanzberater-Netzwerk "Die Alten Hasen" mitmachen will, muss mindestens 55 Jahre alt sein. Auch Klienten müssen ein Mindestalter haben: Die Berater kümmern sich nur um Kunden ab 50 Jahren. "Ältere Kunden haben andere finanzielle Anliegen als Jüngere", sagt Netzwerks-Mitglied Eberhard Beer, der 59 Jahre alt ist.
"Sie wünschen sich Berater, die ihre Situation kennen." Die Alten Hasen vermitteln selber keine Verträge, bekommen also auch keine Provisionen von Banken oder Versicherern. Die Kunden zahlen den Beratern ein Honorar, das zwischen 160 und 275 Euro pro Stunde liegt. Die Erstberatung kostet 65 Euro.
Für den Kunden sei eine unabhängige Beratung günstiger, als in falsche oder teure Verträge zu investieren, sagt Beer. "Der Kunde bekommt einen Maßanzug und spart das Geld für den Änderungsschneider."
Vorsichtiges Vorgehen
Außer den Senior-Beratern haben auch Banken und Finanzvertriebe die Generation über Fünfzig entdeckt und werben aggressiv um diese Zielgruppe. Wer in fortgeschrittenem Alter noch nicht vorgesorgt hat, sollte sich nicht verrückt machen lassen. Auch für Ältere gibt es Strategien, um den Lebensstandard im Alter zu sichern.
Generell gilt: Ältere sollten bei der Geldanlage vorsichtiger vorgehen als Jüngere. Geht eine riskante Geldanlage in jüngeren Jahren daneben, bleibt noch Zeit, die Verluste wieder auszugleichen. Ist die Zeit bis zur Rente kürzer, sollte die Gefahr eines Verlustes sehr klein sein.
Zu Beginn der Beratung fordert Beer die Kunden zu einem Kassensturz auf. "Wichtig ist, mit 50 Jahren eine Statusabfrage zu machen, dann hat man noch 15 Jahre Zeit", sagt er. Häufig haben Kunden mehr Kapital als sie glauben - es steckt im teuren Porzellan-Service und anderen Familienerbstücken. Auch Auszahlungen von Lebensversicherungen oder eine mögliche Erbschaft gehören dazu.
Sekundäre Sicherheit
Wenn es um die Altersvorsorge geht, sollten Kunden sich ihren Besitz ganz rational und ohne Sentimentalität vornehmen, rät Beer. "Harte Werte sind besser als emotionale Erinnerungsstücke." In einem nächsten Schritt soll der Klient sich über seine Pläne und Vorstellungen für den Ruhestand Gedanken machen.
In der Regel gibt es eine Lücke zwischen Wünschen und vorhandenen Mitteln. Die eigentliche Arbeit des Beraters besteht darin, einen Weg zu finden, diese Lücke zu schließen. "Möglicherweise hat der Kunde ein wertvolles Haus, erwartet aber bisher nur eine kleine Rente", sagt Beer. Dann könne ein Verkauf sinnvoll sein. Das Geld kann er danach investieren.
Da Sicherheit für ältere Menschen Vorrang hat, kommen nicht alle Anlageformen in Frage, um eine Versorgungslücke zu schließen. Auf riskante Zertifikate sollten sie deshalb ebenso verzichten wie auf geschlossene Immobilien- oder Schiffsfonds mit langen Laufzeiten und unklarer Rendite. Auch bei Aktien sollten sich ältere Anleger eher zurückhalten.

Teil 2: Aktien als Vorsorge

  • FTD.de, 30.06.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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