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26.01.2010, 17:44
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Schiffsfonds:
Schnäppchen voraus
Klassische Schiffsfonds lassen sich derzeit fast gar nicht mehr absetzen - zu hart traf die Wirtschaftskrise den Seetransport. Pfiffige Anbieter spekulieren, dass das in wenigen Jahren anders sein wird - doch ihre Blind Pools treffen auf skeptische Anleger.
von Patrick Hagen und Katrin Berkenkopf
Der Verkauf von klassischen Schiffsfonds ist nahezu zum Erliegen gekommen, jetzt wollen einige Anbieter von der Krise profitieren. Ihr Geschäftsmodell klingt plausibel: heute günstig notleidende Schiffe übernehmen und sie in einigen Jahren teuer weiterverkaufen. Mehr als ein halbes Dutzend dieser Geierfonds gibt es schon auf dem Markt. Sie tragen Namen wie Marktchance, Krisengewinner oder Schnäppchenfonds. Ob sich die geplanten Käufe wirklich zu einem Schnäppchen für die Anleger entwickeln, wird sich aber erst in einigen Jahren zeigen.
Containerschiffe liegen im Hafen von Hongkong - die Flaute im Chartergeschäft drückt auf die Schiffspreise
Die Marktpreise für Schiffe sind im vergangenen Jahr je nach Typ um mehr als die Hälfte gefallen. Die ersten Schnäppchenjäger haben 2009 schon zugeschlagen. Das Hamburger Emissionshaus Maritim Equity hat zusammen mit der Reederei Carsten Rehder zwei Containerfrachter gekauft. Die Schiffe kosteten je 21,5 Mio. $. Typgleiche Schiffe lagen vor dem Absturz der Schifffahrtsmärkte bei 45 Mio. $.
Außer Maritim Equity hat bisher nur die Oltmann Gruppe aus Leer mit ihrem Schnäppchenfonds Schiffe gekauft. HCI Capital, bisher Marktführer bei klassischen Schiffsfonds, will erst in diesem Jahr zugreifen. "Wir gehen davon aus, dass wir die wirklich attraktiven Opportunitäten erst im Laufe des gerade begonnenen Jahres und im kommenden Jahr sehen werden", sagt Vorstandsmitglied Oliver Moosmayer. Bisher gab es wenige Notverkäufe von Schiffen, da die Banken noch viel Geduld mit ihren säumigen Kunden aus der Schifffahrt haben - im eigenen Interesse. Denn sollte es zu einer Welle von Verkäufen zu Niedrigstpreisen kommen, drohen hohe Abschreibungen.
Manche Experten sind skeptisch, dass sich das ändert. "In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob sich überhaupt ausreichend Gelegenheiten zum Kauf gebrauchter Schiffe zu Schnäppchenpreisen bieten werden", sagt Tim Richter von Nordcapital, einem der größten Anbieter von Schiffsbeteiligungen.
Nicht nur fehlende Kaufgelegenheiten bremsen die Fonds. Das Interesse der Anleger ist längst nicht so groß wie erhofft. So hat HCI mit seinem Fonds HCI Shipping Opportunity bislang 4 Mio. Euro bei wohlhabenden Privatleuten eingesammelt, angepeilt sind mindestens 20 Mio. Euro. "Generell ist die Ausbeute der Schnäppchenfonds bisher sehr dürftig gewesen", sagt der Schiffsfondsexperte Jürgen Dobert.
Teil 2: Vor- und nachteile der Schnäppchenfonds
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FTD.de, 26.01.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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