Stiftungen sind in Deutschland beliebter denn je. Rund 16.500 gibt es nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Stiftungen bereits, und wöchentlich kommen neue hinzu. Während die großen Stiftungen ihr Kapital in der Regel individuell verwalten lassen, müssen viele andere auf standardisierte Produkte zurückgreifen. Denn immerhin rund 30 Prozent der Einrichtungen verfügen nur über ein Vermögen von weniger als 100.000 Euro.
Die Fondsbranche hat darauf reagiert und spezielle Produkte aufgelegt. "Stiftungsfonds wurden vor einigen Jahren ins Leben gerufen, um eine standardisierte Antwort auf die Bedürfnisse der Stiftungen anzubieten", sagt Markus Zschaber, Geschäftsführer bei der V.M.Z. Vermögensverwaltung in Köln. Weil aber das Volumen bei vielen der Produkte gering geblieben sei, hätten zahlreiche Gesellschaften ihre Fonds kurzerhand auch für Privatanleger geöffnet, sagt der Vermögensverwalter.
"In der Regel streben Stiftungsfonds einen langfristigen Kapitalerhalt mit regelmäßigen Ausschüttungen an, der aber nicht garantiert wird", sagt Jan Richter, Analyst der unabhängigen Fondsberatung Fondsconsult Research. Neben dem nominalen Kapitalerhalt ist es für Stiftungen wichtig, die Inflationsrate auszugleichen, weshalb die Portfolios meist auch Aktien enthalten und im Rentenbereich zumindest kleinere Risiken eingehen müssen. "Meist weisen die Fonds deshalb einen defensiven Mischfondscharakter auf, das heißt, der Aktienanteil wird auf 30 Prozent beschränkt und der Rest wird bei Renten sowohl in Staatsanleihen als auch in Corporates investiert", erläutert Richter.
Den Vergleich mit klassischen konservativen Mischfonds braucht so manches Stiftungsprodukt allerdings nicht zu scheuen: So liegen sowohl der Cominvest Taara Stiftungsfonds als auch der Deka-Stiftungen Balance in der Morningstar-Kategorie "Mischfonds Euro defensiv" im Dreijahresvergleich ganz vorn. "Die Fonds eignen sich für Anleger, die eine regelmäßige Auszahlung und einen mittelfristigen Kapitalerhalt wünschen. Aber dafür muss man jeden Fonds einzeln analysieren", sagt Werner Hedrich, Leiter Fondsanalyse bei Morningstar Deutschland. Ein Merkmal für all diese Produkte sei, dass sie keine Wertverluste zeigen sollten.