Alle lieben Bäume: Tiere in Wiesen und Wäldern, Spaziergänger, die gerne Waldluft schnuppern und Stuttgart-21-Gegner, die sich Baumhäuser bauen. Und auch Anleger liebäugeln mit Bäumen und ganzen Waldstücken: Waldgebiete auf der ganzen Welt lassen sich als Investitionsobjekte nutzen, statt Haareraufen über stürzende Börsenkurse versprechen die Anbieter hohe Renditen für den begehrten Rohstoff Holz.
Doch sollte die Liebe zum Baum wohlbedacht sein: Sie braucht Zeit - und zwar bis zu 20 Jahre. Erst dann ist ein Investmentbaum ausgewachsen und kann gefällt und verkauft werden. Zudem müssen Anleger sich durch einen dichten Dschungel von Angeboten kämpfen: Die Anbieter überbieten sich gegenseitig mit ihren Renditeversprechen, und das Betonen ökologischer Nachhaltigkeit darf natürlich heutzutage nie fehlen.
Seriosität und Sicherheit des Anlageobjekts sollten daher eingehend geprüft werden, rät Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Grundsätzlich würde ich von Anbietern abraten, die von absoluter Sicherheit sprechen." Die gebe es nämlich nicht, trotz hoher Holznachfrage: So könne der Holzpreis auch fallen und Waldbrände oder Schädlinge die Bäume vernichten. Auch die Pleite von Emittenten könne nicht ausgeschlossen werden.
Das Emissionshaus Nordcapital setzt zum Beispiel auf rumänische Mischwälder: Anleger können sich über ein geschlossenes Fondsmodell beteiligen, der Hektar Mischwald ist für 3263 Euro zu haben, wobei eine Mindestbeteiligung von 15.000 Euro vorgeschrieben ist. Nordcapital-Projektmanager Moritz von Mecklenburg versichert dabei, "dass nur die Mengen im Jahr zu nutzen sind, die natürlich in einem Jahr nachwachsen. Große Kahlschläge sind nicht geplant und auch nicht rechtmäßig."
Auch habe das breite Spektrum von Holzsorten in vorhandenen Mischwäldern im Gegensatz zu Plantagen ein größeres Wertsteigerungspotenzial. Trotzdem betont er: "Die Ausschüttung ist sehr abhängig von den Witterungsbedingungen, den Entwicklungen auf dem europäischen Markt und dem Weltmarkt sowie den lokalen Holzverarbeitern."
Teil 2: Steigende Holznachfrage