Im Visier hat die Aufsicht dabei Indexfonds, welche die tägliche Kursveränderung eines Index entweder mit einem Hebel - also etwa doppelt oder viermal so stark - oder invers nachvollziehen. Letztere, auch "Short-ETFs" genannte Anlageprodukte sinken im Kurs, wenn der ihnen zugrunde liegende Index steigt - und umgekehrt.
Die SEC warnt, dass Anleger die Kursentwicklung dieser Indexfonds nicht nachvollziehen könnten. Vor allem starke Kursschwankungen sorgen aufgrund der Konstruktion der Produkte für Verluste, selbst wenn die Märkte per saldo nur stagnieren. Über längere Zeiträume weicht daher ihre Kursentwicklung meist von der intuitiv zu erwartenden Rendite ab, da sie nur für sehr kurze Anlagezeiträume professioneller Investoren konstruiert wurden.
Die kritisierten Short- und Hebel-ETFs werden auch in Deutschland angeboten. Weil sie an der Börse gehandelt werden, können auch Privatanleger auf sie zugreifen. Derzeit bieten in Deutschland vier Anbieter 13 dieser Produkte an und verwalten darin 2,3 Mrd. Euro - ein Drittel mehr als noch Ende März. Eine weitere Gesellschaft plant, entsprechende Produkte neu aufzulegen.
In den USA indes sind die ersten Anbieter wieder auf dem Rückzug. Bereits im Juni hatte die US-Aufsichtsbehörde Finra, eine Art freiwilligen Selbstkontrolle der Finanzdienstleister, vor den Produkten gewarnt. Die UBS stellte den Verkauf von Hebel- und Short-ETFs an Vermögensverwaltungskunden in den USA daraufhin im Juli ein, Morgan Stanley folgte Anfang August.