FTD.de » Finanzen » Derivate » Angst vor Emittentenpleite bleibt

Merken   Drucken   12.04.2009, 11:59 Schriftgröße: AAA

Credit Default Swaps: Angst vor Emittentenpleite bleibt

Kreditversicherungen auf Niveau wie nach der Lehman-Pleite: Trotz massiver staatlicher Stützungen für den angeschlagenen Finanzsektor ist die Angst vor einer erneuten Bankenpleite kaum gesunken. von Karsten Röbisch
Dies zeigen die Versicherungsprämien für den Ausfall von Bankanleihen, die die Ratingagentur Scope in ihrer Studie zum Zertifikatemarkt im ersten Quartal für alle Emittenten analysiert hat. Nach einem zwischenzeitlichen Absinken der Risikoprämien auf unter 150 Basispunkte liegen die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) im Durchschnitt aller Emittenten wieder deutlich oberhalb der 200-Punkte-Marke - und damit auf dem Niveau kurz nach dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers im vergangenen September.
Das bedeutet, dass ein Gläubiger im Schnitt 200.000 Euro bezahlen muss, um einen Kredit von 10 Mio. Euro an einen der Emittenten abzusichern.
Das Insolvenzrisiko ist für Zertifikatekäufer von großer Bedeutung. Denn bei den Produkten handelt es sich um Inhaberschuldverschreibungen; geht der Emittent pleite, ist die Rückzahlung des Kapitals gefährdet. Die Entwicklung der CDS geben einen Hinweis darauf, wie hoch der Markt das Pleiterisiko einer Bank einschätzt. Die aktuelle Entwicklung offenbart nach Ansicht von Sasa Perovic, Zertifikateexperte bei Scope, allerdings auch eine Schwäche der CDS. Der Markt neige zu Übertreibungen. Denn für das erneute Aufkeimen der Furcht einer Bankenpleite gebe es keine konkreten Hinweise.
Insgesamt hat sich der Derivatemarkt im ersten Quartal schwach entwickelt. Mit 29.000 Zertifikaten wurden deutlich weniger aufgelegt als im Vorjahreszeitraum, als es 42.000 Neuemissionen gab. Dies spricht für eine weiterhin große Zurückhaltung der Anleger. Viele von ihnen mussten im ersten Quartal zudem hohe Kursverluste hinnehmen.
Der Börseneinbruch bis März hat dazu geführt, dass bei zahlreichen Produkten die Risikopuffer gerissen wurden mit der Folge, dass die Bonusrenditen verfielen. Über alle Produktkategorien hinweg lag die sogenannte Knock-in-Quote bei 62,4 Prozent. Damit hat bei fast zwei Dritteln der Produkte der Risikopuffer nicht ausgereicht. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im dritten Quartal 2008 lag der Wert bei 11,8 Prozent. Wann die entsprechenden Zertifikate aufgelegt wurden, geht aus der Studie jedoch nicht hervor.
Über alle Produktgruppen hinweg erzielten Anleger im ersten Quartal eine Überrendite im Vergleich zum Basiswert von 6,3 Prozent. Dafür sorgten vor allem Reverse-Strukturen, deren Kurse bei fallenden Basiswerten steigen.
  • FTD.de, 12.04.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6297,32  [11.57 +0,18%
  Euro Stoxx 50 2144,98  [10.93 +0,51%
  Dow Jones 12496,15  [-6.66 -0,05%
  Nasdaq Composite 2850,12  [11.04 +0,39%
  Euro 1,25639 USD  [0.00069 +0,05%
  Brent-Öl 106,31 USD  [-2.58 -2,37%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

FTD-SPEZIAL: FINANZKOMMUNIKATION

mehr FTD-Spezial: Finanzkommunikation

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote