Wie oft muss der Euro eigentlich noch gerettet werden? Zwar sorgte der EU-Gipfel jüngst für Zuversicht bei den Börsianern - der DAX stieg an einem Tag um mehr als vier Prozent. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hatten sich schließlich darauf geeinigt, den Krisenländern Spanien und Italien unter die Arme zu greifen. Ob das europäische Schuldenproblem aber jemals gelöst wird, steht noch in den Sternen. Auf Kurssprünge - sowohl nach oben als auch nach unten - werden sich Anleger also weiterhin einstellen müssen.
Für Investoren am Derivatemarkt kann der Hickhack um den Euro anstrengend und teuer werden. Je nach Reaktion der Finanzmärkte werden Barrieren oder Knock-out-Schwellen gerissen, Zielkursstände nicht erreicht und Sicherheitspuffer aufgezehrt. Wer den Börsen nicht hilflos ausgeliefert sein möchte und weder Zeit noch Lust hat, ständig sein Depot zu überprüfen, für den gibt es ein nützliches Hilfsmittel: Orderzusätze. Mit ihnen können Anleger über die Börse oder via Direktbank ihre Geschäfte in die gewünschte Richtung lenken.
Gerade in der Urlaubssaison machen Anleger von dieser Möglichkeit gern Gebrauch. Denn in der schönsten Zeit des Jahres gibt es leider oft auch Kurseinbrüche an den Aktienbörsen. Im vergangenen Jahr verlor der DAX innerhalb von vier Wochen im Juli und August rund 27 Prozent an Wert.
Grundsätzlich gibt es zwei Typen von Orderzusätzen beim Kauf und Verkauf der Papiere: Market-Orders und Limit-Orders. Market-Orders werden zum bestmöglichen Kurs ausgeführt, die gewünschten Papiere also "billigst" gekauft und "bestens" verkauft. Das heißt, Anleger beauftragen die Börse oder ihre Direktbank, die Wertpapiere so günstig wie möglich zu kaufen oder so teuer wie möglich zu verkaufen. Allein eine Market-Order bietet noch keine Garantie dafür, die Papiere zu einem Wunschpreis handeln zu können. Solche sogenannten unlimitierten Orders werden sofort ausgeführt, zu welchem Kurs genau, ist vorab noch ungewiss.
Mit Limit-Orders hingegen geben Anleger eine Preisober- beziehungsweise -untergrenze an, bis zu der ein Auftrag ausgeführt werden soll. Ein Beispiel: Ein vom Anleger ins Auge gefasstes Zertifikat notiert an der Börse bei einem Verkaufskurs von 101 Euro. Über eine Limit-Order veranlasst er, dass der Kauf zu höchstens 100 Euro erfolgen soll. Fällt nun der Kurs des Zertifikats auf 100 Euro oder darunter, wird sein Auftrag ausgeführt. Umgekehrt kann der Anleger beim Verkauf des Papiers per Limit-Order angeben, dass sein Zertifikat zu mindestens 102 Euro verkauft werden soll.
Mit Limit-Orders können sich die Börsianer also vor deutlichen Kurssprüngen schützen. Diese haben jedoch einen Haken: Wird der gewünschte Höchst- oder Mindestpreis innerhalb des angegebenen Zeitraums nicht erreicht, findet auch kein Handel statt. Anleger gehen also immer das Risiko ein, dass die für den Orderzusatz bezahlte Gebühr keinen Nutzen bringt.
Ein weiterer und für Privatinvestoren wichtiger Ordertyp sind Stop-Orders. Dabei legen Anleger einen Preis fest, zu dem automatisch ein Auftrag zum Kauf oder Verkauf des Wertpapiers erfolgt. Sollte das Wertpapier den gewünschten Kurs erreichen, wandelt sich die Stop-Order in eine Market-Order um, und das Papier wird dann "billigst" gekauft oder "bestens" verkauft. Stop-Orders können Verluste vermeiden und Gewinne sichern. Ein Beispiel: Ein Anleger hat ein Zertifikat für 90 Euro gekauft, und der Wert des Papiers ist auf 100 Euro gestiegen. Der Anleger möchte nun einerseits an einem möglichen künftigen Kursanstieg weiter teilnehmen und andererseits einen möglichen Verlust begrenzen. Er erteilt eine Stop-Verkaufsorder ("Stop Loss") bei 90 Euro.
Erreicht oder unterschreitet der Zertifikatekurs die 90-Euro-Marke, wird das Papier zum nächsten handelbaren Kurs verkauft. Auch hier verwandelt sich die Order in eine Market-Order. Der endgültige Handelspreis ist vorab noch nicht bekannt, da die Order bestmöglich und nicht zu einem festgelegten Kurs ausgeführt werden.
Auch wenn Orderzusätze kein Garant für Gewinne sind, für Stabilität im Depot können sie allemal sorgen. Interessenten sollten sich bei den Handelsplätzen, etwa der Börse Stuttgart, der Frankfurter Börse Scoach oder bei ihrer Direktbank erkundigen, welche Orderzusätze diese anbieten und was sie kosten.
| Bis hier und nicht weiter |
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| Kauforder Mit dem Zusatz Stop Buy wird eine Kursobergrenze bezeichnet. Sobald der angegebene Kurs überschritten wird, wird der Kaufantrag billigst ausgeführt. Stop-Buy-Orders eignen sich für Anleger, die auf einen Trend setzen und ab einem bestimmten Level "auf den fahrenden Zug aufspringen" möchten. Bei einem Stop-Buy-Limit-Zusatz wird nach dem Erreichen des Stop-Buy-Kurses eine limitierte Kauforder erzeugt, die nur ausgeführt wird, wenn die angegebene Kursobergrenze nicht überschritten wird. |
| Verkaufsorder Über die Angabe Stop Loss wird eine Kursuntergrenze festgelegt. Wird diese unterschritten, erfolgt ein Verkaufsantrag zum nächsten handelbaren Kurs. Bei einem Stop-Loss-Limit wird nach dem Erreichen der Stop-Loss-Marke eine limitierte Verkaufsorder erzeugt. Diese wird nur ausgeführt, wenn die angegebene Kursuntergrenze nicht unterschritten wird. |