Es ist so ziemlich der Albtraum aller Käufer von Derivatestrukturen: Die Volatilität stagniert auf äußerst niedrigem Niveau, die Zinsen sind niedrig und dazu werden bei vielen Unternehmen die Dividenden gekürzt. In den vergangenen zwölf Monaten ist die Volatilität von rund 50 Punkten auf aktuell nur noch knapp 19 Punkte zurückgefallen. Doch es gibt Anleger, denen ein solches Szenario entgegenkommt.
Den größten Vorteil im Vergleich zum Direktinvestment in Aktien oder Indizes haben Investoren nämlich dann, wenn sich mit einem direkten Kauf wenig holen lässt, auf dem Umweg eines Bonuszertifikats mit entsprechender Bonusrendite aber doch noch einiges rausspringt. Dies ist bei vielen Basiswerten nach wie vor der Fall, weshalb sich Anleger ausgesuchte Papiere genau ansehen sollten. Wichtig ist jedoch, auf ein paar Eigenarten zu achten und nicht blind nach der höchsten Bonusrendite zu streben und zuzugreifen.
Denn eben dies wurde in der Krise 2008 und zu Beginn des vergangenen Jahres zum Verhängnis. Nicht allein die Barrieren wurden vielfach durchbrochen und der Bonusanspruch ging damit verloren, was in Abwärtsmärkten allerdings auch kaum zu vermeiden ist, hinzu kam überdies, dass häufig auch noch ein bei der Investition mitbezahltes Aufgeld unwiederbringlich verloren war. Um zu taxieren, welche Rolle das Aufgeld spielt, ist es wichtig, zunächst die Konstruktion eines Bonuspapiers zu betrachten. Bonuspapiere der klassischen Art ohne Obergrenze werden ebenso wie die Variante Capped-Bonus nach dem Prinzip Baukasten aufgelegt. Die Klassiker bestehen aus einem sogenannten Zero-Strike-Call, also einer Call-Option mit Basispreis Null sowie einer exotischen Option. Der Exot ist in diesem Fall ein Down-and-out-Put, der einer Verkaufsoption mit einer Barriere entspricht, bei deren Durchbrechen die Option sofort wertlos verfällt. Finanziert wird dieser Down-and-out-Put durch die Dividende, die den Anlegern entgeht, oder durch andere Anlageerträge.