Anleger sollten bei Bonuszertifikaten nicht nur auf Bonusrendite und Sicherheitspuffer achten. Auch das Aufgeld ist wichtig
Zunächst ist dies kein Nachteil. Sollte es jedoch zu einem Barrierebruch kommen, können überproportionale Verluste die Folge sein. Angenommen, die T-Aktie stürzt in den kommenden Monaten unter die Kursschwelle bei 6,50 Euro und notiert am Bewertungstag zum Laufzeitende im Juni nächsten Jahres lediglich bei 6 Euro. Zu diesem Kurs wird abgerechnet. Während die Aktie um 35,8 Prozent unter das aktuelle Niveau gefallen ist, hätte der Käufer des Zertifikats einen deutlich höheren Verlust von rund 47 Prozent zu beklagen. Denn er ist ja nicht zu 9,34 Euro, sondern zu 11,35 Euro eingestiegen. Selbst, wenn sich die Aktie der Deutschen Telekom nach dem Schwellenbruch bis zum Laufzeitende wieder auf das ursprüngliche Kursniveau bei 9,34 Euro erholen sollte, säße der Zertifikateanleger im Gegensatz zum Käufer der Aktie noch auf einem Verlust von minus 17,7 Prozent.
Ein Aufgeld kann sich im Zeitverlauf aufbauen, etwa wenn bei einem stagnierenden Basispreis die Wahrscheinlichkeit auf die Bonuszahlung zunimmt und sich dies in einem steigenden Zertifikatepreis niederschlägt. Björn Döhrer, Zertifikateexperte und Partner bei der European Derivatives Group (EDG), nennt noch einen weiteren Punkt: "Ob ein Bonusprodukt ein Aufgeld beinhaltet oder nicht, hängt stark von dessen Ausstattungsmerkmalen ab." Neben der Laufzeit, der Höhe der Barriere und des Bonuslevels spiele hierbei auch die erwartete Dividende des Basiswerts eine große Rolle. Die Dividenden werden bekanntlich zur Finanzierung des Bonusmechanismus verwendet. "Gerade in Zeiten geringer Ausschüttungen", so Döhrer, "können tiefe Barrieren, die eine vernünftige Absicherung gegen Kursverluste des Basiswerts ermöglichen, nur über Aufgelder abgebildet werden."