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Merken   Drucken   30.09.2009, 16:12 Schriftgröße: AAA

Hohe Staatsverschuldung: Absicherung gegen Pleiten europäischer Länder boomt  

Westliche Industrieländer stützen Banken und Konjunktur mit Unsummen. Investoren macht das nervös - sie decken sich zunehmend mit Kreditausfallderivaten dieser Staaten ein. Ganz vorne auf der Hitliste: Italien. Aber auch deutsche Papiere werden stark gehandelt. von Christine Mai  Frankfurt, Tobias Bayer  Frankfurt und David Oakley, London
Marktteilnehmer stürzen sich verstärkt auf Kreditausfallderivate (Credit Default Swaps, CDS) westlicher Industriestaaten. Schwellenländer rücken hingegen in den Hintergrund. Besonders groß sind die ausstehenden Volumen inzwischen bei Italien, Spanien und Deutschland. CDS-Wetten auf die Türkei verlieren gleichzeitig an Bedeutung. Das bedeutet, dass Anleger stärker auf finanzielle Schwierigkeiten westeuropäischer Staaten setzen als auf Probleme in Schwellenländern. Vor einem Jahr war es genau umgekehrt.
Laut dem Datenregister Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) kletterte das CDS-Volumen für Italien auf Jahressicht von 148 auf inzwischen 205 Mrd. $. Kontrakte auf Spanien belaufen sich inzwischen auf 84 Mrd. $ nach 61 Mrd. $ im Vorjahr. Im Fall Deutschland stiegen sie von 37 auf 55 Mrd. $. Gegenläufig ist die Entwicklung bei den Schwellenländern: Das CDS-Volumen sank im Fall der Türkei von 188 auf 156 Mrd. $, auch für Brasilien und die Ukraine ging es zurück.
Hintergrund sind die wachsenden Defizite der Industrieländer, die Tausende Milliarden in Konjunkturprogramme und Bankenrettungspakete stecken. Die USA und Europa nehmen Schulden in Rekordhöhe auf und garantieren Bankanleihen von einem Gesamtwert von 1133 Mrd. $.

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