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Merken   Drucken   10.10.2012, 12:24 Schriftgröße: AAA

Krisenfestes Depot: Zertifikate - Günstig abzugeben

Anleger, die an weiteren Kursgewinnen im DAX zweifeln, sollten schon vor einem möglichen Kurssturz ihre Zertifikatedepots ausmisten. Die FTD erklärt, wie.
© Bild: 2012 FTD/Christina Bretschneider
Anleger, die an weiteren Kursgewinnen im DAX zweifeln, sollten schon vor einem möglichen Kurssturz ihre Zertifikatedepots ausmisten. Die FTD erklärt, wie.
von Gian Hessami

Kein Tag vergeht ohne eine Krisenmeldung zur europäischen Schuldenmisere. Und was macht der DAX? Im laufenden Jahr stieg er bislang um rund 25 Prozent. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob die Kursrally weitergeht und ob der DAX  bald sein historisches Hoch von 8151 Punkten erreichen könnte. Oder ob es bald doch wieder abwärtsgeht mit den Kursen und die jüngsten Depotgewinne dann sofort wieder dahinschmelzen.

Bei bestimmten Teilschutzzertifikaten könnte sich der vorzeitige Verkauf der Papiere anbieten, um Gewinne mitzunehmen oder auch künftig mögliche Verluste zu vermeiden. Teilschutzzertifikate sind Finanzprodukte, die von Kurssteigerungen profitieren, aber teilweise gegen Verluste geschützt sind.

Ein Beispiel für ein Papier, das möglicherweise zum Ausmisten taugt, ist ein Bonuszertifikat: Liegt der Kurs der ihm zugrunde liegenden Aktie bereits während der Laufzeit oberhalb des Bonusbetrags, kann sich ein Verkauf des Papiers lohnen. Denn in diesem Kursbereich erzielt das Papier keinen deutlichen Mehrwert mehr gegenüber einer Direktanlage. Sollte sich hingegen der Kurs des Basiswerts auf Talfahrt begeben und der Barriere bedrohlich nah kommen, bietet sich ebenfalls ein Verkauf des Papiers an. Denn sollte die Barriere verletzt werden, entfällt der Anspruch auf die Bonuszahlung.

Kursinformationen und Charts
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"Wenn man bedenkt, dass viele Basiswerte, die dem DAX angehören, in diesem Jahr bereits extrem gut gelaufen sind, sollten Anleger, die jetzt Bonuszertifikate kaufen, die Barriere im Blick haben", sagt Holger Schleicher, Leiter des Handels mit verbrieften Derivaten an der Börse Stuttgart. Als eine weitere Möglichkeit, sich vor größeren Kursverlusten zu schützen, empfiehlt Schleicher, Stopp-Loss-Orders einzusetzen. Mit ihnen legen Anleger eine Kursuntergrenze des Zertifikats fest. Wird diese Schwelle ereicht oder unterschritten, erfolgt ein Verkaufsauftrag zum nächsten handelbaren Kurs. Und wer davon ausgehe, dass der Basiswertkurs kaum noch Aufwärtspotenzial besitzt, der könne auch überlegen, in Reverse-Bonuszertifikate zu investieren, so Schleicher. Bei diesen Papieren liegt die Barriere oberhalb des aktuellen Aktienkurses. Fällt der Kurs, gewinnt das Reverse-Papier an Wert.

Wie bei Bonuszertifikaten spielt auch bei Discountzertifikaten die erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts, auch implizite Volatilität genannt, eine wichtige Rolle. In Phasen hoher Marktschwankungen können Anleger die Papiere mit hohem Preisabschlag zum Basiswert erwerben. Sinkt dagegen die Volatilität, werden Discountpapiere teurer.

Anleger, die ihr Papier in Zeiten einer hohen Schwankungsbreite gekauft haben, können die Papiere in einer Phase niedriger Volatilität gewinnbringend verkaufen. So ist derzeit ein günstiger Zeitpunkt, Discountzertifikate auf den DAX zu verkaufen, die Anleger im Frühjahr oder Sommer erworben haben: Der VDAX-New , der die erwartete Schwankungsbreite für den DAX für die nächsten 30 Tage misst, notierte Anfang Juni bei mehr als 30 Punkten, derzeit steht er bei 18 Punkten.

Weiterhin lohnt sich eventuell der vorzeitige Verkauf von Discountzertifikaten, wenn der Basiswert den Cap - also einen vorher festgelegten Höchstkurs - bereits deutlich überschritten hat und das Papier nur noch kurze Zeit läuft. "Wenn der Anleger der Meinung ist, dass der Basiswert noch weiter steigt, bietet sich der Verkauf an, um das Kapital dann in ein anderes, renditeträchtigeres Discount-Zertifikat zu investieren", so Holger Schleicher. Denn sollte sich der Kurs des Basiswerts bis zum Laufzeitende weiterhin über dem Cap bewegen, könne es auch zu keinen nennenswerten Kursgewinnen des Zertifikats mehr kommen.

Diese Strategie empfiehlt auch Tobias Kramer, Herausgeber der Fachzeitschrift "Der Zertifikateberater". "Für Anleger ist es wichtig, Discountzertifikate aus ihrem Depot rechtzeitig herauszufiltern, deren Basiswert sich bereits positiv entwickelt hat und deren Restrendite zugleich sehr gering ist." In einem zweiten Schritt sollten Anleger sich fragen, welches Rendite-Risiko-Verhältnis es mit sich bringt, das Papier zu behalten. "Sollte beispielsweise ein Discountpapier dabei sein, das nur noch zwei oder drei Monate läuft und eine Restrendite von weniger als 1,5 Prozent per annum erzielen kann, bietet sich ein Verkauf des Papiers an", so Kramer.

Der Erlös könne anschließend in ein Discountzertifikat mit einem höheren Cap auf den gleichen Basiswert investiert werden.

13:07:48 Kursinformationen und Charts
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  • Aus der FTD vom 10.10.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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