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Merken   Drucken   26.04.2012, 06:00 Schriftgröße: AAA

Milliardenschwerer Derivatemarkt: Ein Grafiker, neun Banken und 228.720 Mrd. Dollar

Mit dem Wort "Derivatemarkt" können die meisten Leute nichts oder wenig anfangen. Dabei verbergen sich unvorstellbare Summen hinter dem Begriff - und ebenso hohe Risiken. Der amerikanische Grafiker Oto Godfrey sorgt dafür, dass die Beträge Gestalt annehmen.

Der weltweite Derivatemarkt hat gigantische Dimensionen. Alleine neun Banken halten solche Papiere im geschätzten Volumen von 228.720 Mrd. Dollar. Das ist in etwa dreimal so viel wie die jährliche Wirtschaftsleistung der ganzen Welt. Zu den Derivaten gehören zum Beispiel Versicherungen (CDS), die fällig werden, wenn eine Anleihe ihren Wert verliert, also der Investor sein Geld nicht zurückbekommt.

Das Prinzip eines Derivats ist relativ einfach. Mittels eines solchen Papiers wird auf die künftige Entwicklung eines zugrundeliegenden Wertes spekuliert. Das kann alles sein, von Währungen über Aktien, Rohstoffen - bis hin zu anderen Derivaten.

Milliardenschwerer Derivatemarkt Die Finanzsäulen der Erde

Problematisch ist an diesem Markt nicht nur die Summe, sondern die Tatsache, dass der Handel mit diesen Papieren beinahe unreguliert ist, also es so gut wie keine Vorgaben gibt. Das öffnet Zocker Tür und Tor und birgt auch die Gefahr der Entstehung einer Blase. Wegen der Unsummen im Handel mit diesen Papieren hätte eine geplatzte Derivateblase fatale Folgen für die Weltwirtschaft - die Staatspleite eines Euro-Landes wie Griechenland oder Irland wäre im Vergleich dazu wie die Pleite eines Mittelständlers.

Der amerikanische Grafiker Oto Godfrey hat auf seiner Internetseite Demonocracy.info anhand von Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und des Finanzblogs Zerohedge auf beeindruckende Weise dargestellt, was für gewaltige Risiken in diesem Markt schlummern. Er hat die Beträge, die allein von neun Banken als Derivate angelegt sind, optisch in Vergleich zu den Instituten und anderen Objekten gesetzt.

  • FTD.de, 26.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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