Auf wissenschaftlicher Basis wurden die Vorzüge einer breit ausgerichteten Anlagestrategie - nichts anderes besagt der Vergleich mit den Eiern und dem Korb - mittels des von William Sharpe entwickelten Capital Asset Pricing Model (CAPM), für das er später den Nobelpreis erhielt, bereits 1964 modelltheoretisch aufgezeigt und durch diverse Studien immer wieder eindrucksvoll bestätigt.
Gleichwohl werden diese Erkenntnisse nur in den wenigsten Fälle konsequent umgesetzt. So hat jeder Anleger seine präferierten Assetklassen, in die er - meist wider besseres Wissen - den Großteil seines Vermögens steckt.
Anwendung empirischer Methoden
Einen Ausweg, diesem Dilemma zu entkommen, versprechen sogenannte Multi-Asset-Produkte. Die Anbieter versuchen - meist unter Anwendung empirischer Methoden -, eine möglichst effiziente Vermögensaufteilung auf verschiedene Anlageklassen zu realisieren.
Bei der neuen Multi-Asset-Strategie der US-InvestmentbankMerrill Lynch, deren Erfolg sich im MAST-1-Index (Multi-Asset-Strategy-Index) widerspiegelt, sind dies Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe, die jeweils durch einen Total-Return-Index repräsentiert werden.
Während Anleihen aktuell mit 62,1 Prozent gewichtet sind, beträgt der Währungsanteil 23,2 Prozent. Aktien und Rohstoffe machen lediglich 8,8 beziehungsweise 6 Prozent aus. Um den jeweils aktuellen Marktbedingungen Rechnung zu tragen, wird die Allokation der einzelnen Assetklassen halbjährlich angepasst.
Messbare Größen bestimmen Gewichtung
Statt auf ungewisse Renditeerwartungen abzustellen, orientiert sich die Gewichtung der einzelnen Indizes dabei ausschließlich an messbaren Größen wie der aktuellen Korrelation und den ermittelten Risikokennzahlen der Anlageklassen. Genauere Details bleiben Anleger dabei verborgen, sodass sie sich im Wesentlichen auf die Qualität des zugrunde liegenden Modells sowie darauf verlassen müssen, dass die zukünftig tatsächlich realisierten Ergebnisse nicht all zu weit von den in der theoretischen Rückrechnung ermittelten Werten abweichen. Danach hätte der Index in den vergangenen 15 Jahren (Anfang 1993 bis Ende Juli 2008) bei relativ geringen Schwankungen eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,9 Prozent erzielt. Der maximale Verlust beim schlechtesten überhaupt denkbaren Timing für den Ein- und Ausstieg hätte bei lediglich 5,2 Prozent gelegen. Im Vergleich dazu betrug der Verlust bei einem reinen Aktienengagement in diesem Zeitraum minus 49,8 Prozent.
Für Privatanleger investierbar wird die Strategie durch den Erwerb des währungsgesicherten MAST-1-Zertifikats, dessen Kursentwicklung die Performance des Multi-Asset-Strategy-Index annähernd eins zu eins widerspiegelt.
Neben der Standardversion bietet Merrill Lynch auch noch eine gehebelte Variante der Strategie an. Auch hier wird das entsprechende Derivat (MAST-2-Zertifikat) gleich mitgeliefert. Die Vermögensallokation beruht dabei auf einem Risikoziel, das dem Zweifachen des Ausgangsprodukts entspricht. Bei einer jährlichen Durchschnittsrendite von 14,9 Prozent hätte der maximale Performancerückgang hier in der Vergangenheit bei 16,1 Prozent gelegen.
Beide Papiere können noch bis zum 22. September zum Preis von jeweils 100 Euro zuzüglich eines Prozents Ausgabeaufschlag gezeichnet werden.